Zinsen, Löhne

Zinsen runter, Löhne rauf: Immobilien wieder erschwinglicher

19.09.2024 - 06:18:16 | dpa.de

Nach dem Krisenjahr 2023 dĂŒrfte sich der deutsche Immobilienmarkt nach EinschĂ€tzung des Hamburger Gewos-Instituts erholen.

Ein wichtiger Grund: FĂŒr Eigennutzer sei Wohnraum dank der gesunkenen Kaufpreise, etwas niedrigerer Kreditzinsen und steigender Löhne wieder erschwinglicher geworden, heißt es in einer neuen Prognose des Gewos-Instituts fĂŒr Stadt-, Regional- und Wohnforschung.

In den vergangenen Monaten habe die Zahl der KĂ€ufe am Immobilienmarkt zugelegt. Der Trend dĂŒrfte sich im Jahresverlauf fortsetzen - wenn auch von stark gedĂ€mpftem Niveau aus. "Mittelfristig werden Transaktionen, GeldumsĂ€tze und Kaufpreise nicht wieder das Vorkrisenniveau erreichen", heißt es mit Blick auf den jahrelangen Immobilienboom in Deutschland, der 2022 im Zuge stark gestiegener Kreditzinsen endete.

Inzwischen sind neben den Immobilienpreisen auch die Bauzinsen wieder spĂŒrbar gesunken. FĂŒr zehnjĂ€hrige Immobilienkredite wurden der FMH-Finanzberatung zufolge im Schnitt zuletzt 3,3 Prozent Zinsen fĂ€llig - vor zwölf Monaten waren es noch knapp vier Prozent pro Jahr. Zugleich sind die Löhne fĂŒr viele Menschen deutlich gestiegen, da Gewerkschaften angesichts der Inflationswelle hohe TarifabschlĂŒsse durchgesetzt haben.

Eigentum wieder stÀrker gefragt

Konkret erwartet Gewos, dass der Umsatz mit Wohnimmobilien dieses Jahr um rund 11 Prozent auf mehr als 172 Milliarden Euro steigt (2023: 155,7 Mrd. Euro). Die Zahl der KauffĂ€lle dĂŒrfte ebenfalls um etwa 11 Prozent auf rund 545.000 zulegen. WĂ€hrend Eigennutzer von einer besseren Erschwinglichkeit profitierten, blieben Immobilieninvestments fĂŒr Kapitalanleger eher unattraktiv. Trotz steigender Mieten sei der Renditeabstand gemessen an risikoĂ€rmeren Anlageformen weiter klein, sagte Sebastian Wunsch, Bereichsleiter Immobilienwirtschaftliche Analysen bei Gewos.

Keine Besserung im Wohnungsbau

Keine Besserung sieht Gewos im kriselnden Wohnungsbau. "Aktuelle Zahlen der GutachterausschĂŒsse deuten auf einen weiteren RĂŒckgang der WohnbaulandverkĂ€ufe im laufenden Jahr hin, insbesondere bei EigenheimgrundstĂŒcken", sagte Wunsch.

Im vergangenen Jahr war der deutsche Immobilienmarkt in eine tiefe Krise gestĂŒrzt. Besonders große UmsatzrĂŒckgĂ€nge gab es Gewos zufolge bei Wohnbauland, MehrfamilienhĂ€usern und Wirtschaftsimmobilien, wĂ€hrend das Eigenheimsegment am stabilsten blieb.

In Summe belief sich der Umsatz am Immobilienmarkt 2023 demnach auf rund 202,4 Milliarden Euro, ein Einbruch von fast 28 Prozent zum Vorjahr. Die Zahl der Transaktionen fiel mit rund 666.700 auf ein Allzeittief (-15,2 Prozent). FĂŒr die Studie hat Gewos bundesweit Daten zu abgeschlossenen GrundstĂŒckskaufvertrĂ€gen bei den GutachterausschĂŒssen und die damit verbundenen UmsĂ€tze analysiert.

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