LĂ€nder, EuGH-Urteil

LĂ€nder fordern nach EuGH-Urteil zu Trassenpreisen schnelle Hilfe vom Bund

25.03.2026 - 05:43:35 | dpa.de

Nach dem Urteil des EuropÀischen Gerichtshofs (EuGH) zu sogenannten Trassenpreisen fordern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Kompensationen vom Bund.

"Das bedeutet fĂŒr die LĂ€nder eine riesige Mehrbelastung", sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. "Wir brauchen das auch zĂŒgig." Es ginge darum, die Verkehre auf Regionalstrecken der Bahn neu zu bestellen. "Und dann ist es natĂŒrlich wichtig, dass wir wissen, wie sind die Trassenentgelte, und zweitens, wie will der Bund das denn jetzt kompensieren."

Nach dem Urteil aus der vergangenen Woche ist die deutsche Regelung, die im Nahverkehr die Preise fĂŒr Schienennutzung deckelt, rechtswidrig. Die Berechnung der sogenannten Trassenpreise verstoße gegen EU-Vorgaben, weil sie zu unflexibel sei, urteilten die Richterinnen und Richter. Regionalen Verkehrsunternehmen drohen damit nach Angaben des Bundesverbandes Schienennahverkehr (BSN) Mehrkosten in Milliardenhöhe. Nach dpa-Informationen macht das allein fĂŒr Schleswig-Holstein fĂŒr das laufende Jahr und fĂŒr 2026 zusammen knapp 70 Millionen Euro aus.

LĂ€nder brauchen planbare Zahlen

Die beiden NordlĂ€nder haben fĂŒr die Verkehrsminister-Konferenz in Lindau einen entsprechenden Beschlussvorschlag erarbeitet. "Viele LĂ€nder zeichnen unseren Antrag hier aus Schleswig-Holstein mit", sagte Madsen. Die LĂ€nder benötigten planbare Zahlen. "Was kosten letztendlich Trassen-Netzentgelte, wenn von Bundesseite her ein Deckel festgelegt worden ist, der jetzt aber gekippt wurde?" Er sei gesprĂ€chsbereit, beispielsweise ĂŒber eine Kompensation ĂŒber sogenannte Regionalisierungsmittel oder auch andere Wege zu sprechen.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts-StaatssekretĂ€rin Ines Jesse forderte den Bund auf, die LĂ€nder mit den Folgen der Entscheidung des EuGH nicht im Regen stehenzulassen. "Der Bund hat die Rechnung zu bezahlen. Die enormen Mehrkosten, die das Urteil nach sich zieht, mĂŒssen vom Bund ausgeglichen werden: Berlin muss die Regionalisierungsmittel zĂŒgig aufstocken."

Klage

Trassenpreise, auch Schienenmaut genannt, sind GebĂŒhren, die Verkehrsunternehmen an die Infrastruktursparte der Deutschen Bahn, DB InfraGo, zahlen mĂŒssen, wenn sie das deutsche Schienennetz nutzen. InfraGo muss die Höhe der Entgelte von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen.

Weil die Bundesnetzagentur die beantragten Entgelte fĂŒr das Jahr 2025 im Nahverkehr kĂŒrzte und stattdessen den Fern- und GĂŒterverkehr mit höheren Trassenpreisen belastete, zogen die InfraGo und weitere Eisenbahnverkehrsunternehmen vor Gericht.

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