Bananenarbeiter erhalten nach Beschwerde EntschÀdigung
06.11.2025 - 06:26:43 | dpa.deDie Zahlungen erfolgten nach etwa zweijĂ€hriger Verhandlungszeit im August 2025, wie die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam mitteilte. Ăber Höhe und Anzahl der Zahlungen sei Stillschweigen vereinbart worden.
An den Verhandlungen beteiligt waren neben Oxfam eine lokale Gewerkschaft, ein Zulieferer und ein Produzent von Bananen - sowie der Discounter Aldi, bei dem die Beschwerde nach dem Lieferkettengesetz unter anderem eingereicht worden war. BemĂ€ngelt wurden dabei VerstöĂe gegen Arbeitsrechte auf den Plantagen - darunter zu niedrige Löhne, fehlender Schutz bei PestizideinsĂ€tzen und die Benachteiligung von Gewerkschaftsmitgliedern.
Aldi habe sich "konstruktiv fĂŒr eine Lösung eingesetzt" und gemeinsam mit Gewerkschaft, Zulieferer und Produzent nach Lösungen gesucht, hieĂ es von Oxfam. In den anschlieĂenden Untersuchungen seien mehrere MissstĂ€nde bestĂ€tigt worden. Durch die Kooperation sei es gelungen, UnregelmĂ€Ăigkeiten bei Lohnabrechnungen aufzuarbeiten und schlieĂlich EntschĂ€digungen an eine Gruppe betroffener Arbeiterinnen und Arbeiter zu zahlen. Aber: "FĂŒr den Produzenten und der Zulieferer ist elementar, dass die Zahlungen kein SchuldeingestĂ€ndnis darstellen", hieĂ es
Auch bei weiteren Themen wie dem Arbeitsschutz wurden den Angaben nach deutliche Fortschritte gemacht. Alle VorwĂŒrfe hĂ€tten aber noch nicht geklĂ€rt werden können. "Aldi, der Zulieferer und der Produzent vor Ort bestĂ€tigen, dass (...) sie sich weiterhin gemeinsam dafĂŒr einsetzen, alle offenen Themen nachhaltig zu bearbeiten", hieĂ es.
"Wir sind sehr froh, dass zum ersten Mal Zahlungen an Betroffene geleistet wurden. Das bedeutet uns viel", wird der GeneralsekretĂ€r der Gewerkschaft Sitrap, Didier Leiton, in der Mitteilung zitiert. Oxfam sieht darin einen wichtigen PrĂ€zedenzfall. "Das Ergebnis zeigt, dass das Lieferkettengesetz wirkt", teilte der Oxfam-Referent fĂŒr Menschenrechte in globalen Lieferketten, Tim Zahn, mit. "Der Prozess im Beschwerdefall hat offenbart, dass es essenziell ist, Gewerkschaften und Unternehmen an einen Tisch zu bringen."
Auch der Discounter zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: "Unser Ziel ist eine spĂŒrbare Verbesserung der Menschenrechtslage in den Lieferketten", sagte der Nachhaltigkeitsdirektor von Aldi SĂŒd, Maximilian Vogt. Daher unterstĂŒtze man ausdrĂŒcklich menschenrechtliche Sorgfaltspflicht-Gesetzgebungen. "Denn FĂ€lle wie dieser zeigen deutlich, dass solche Regelungen konkret zum Schutz der Betroffenen beitragen."
Das deutsche Lieferkettengesetz ist ein gesetzlicher Rahmen, der sicherstellen soll, dass Unternehmen in ihren globalen Lieferketten bestimmte Arbeits- und Umweltstandards einhalten. Es trat 2023 in Kraft. Ziel ist es, Menschenrechte weltweit zu stĂ€rken und Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, wenn sie von Menschenrechtsverletzungen wie Kinder- oder Zwangsarbeit profitieren. Zuletzt gab es Diskussionen ĂŒber eine AbschwĂ€chung des Gesetzes, um Wettbewerbsnachteile fĂŒr deutsche Unternehmen zu vermeiden.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
