IEA: Wachstum der Ălnachfrage so schwach wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr
12.09.2024 - 11:23:11Die sich abkĂŒhlende Konjunktur in der zweitgröĂten Volkswirtschaft der Welt habe das Wachstum der Nachfrage "stark verlangsamt", wie es in dem am Donnerstag in Paris veröffentlichten Monatsbericht der IEA heiĂt. In der ersten JahreshĂ€lfte sei die Nachfrage nach Rohöl im Schnitt um 0,8 Millionen Barrel pro Tag gestiegen und damit deutlich schwĂ€cher als ein Jahr zuvor.
Das Wachstum der Nachfrage in der ersten JahreshĂ€lfte sei so schwach ausgefallen wie seit 2020 nicht mehr, hieĂ es weiter. Damals hatte die Corona-Krise die Ăl-Nachfrage einbrechen lassen. "Das chinesische Wirtschaftswachstum verlangsamt sich und die Durchdringung des Verkehrssystems durch Elektroautos schreitet in sehr hohem Tempo voran", sagte IEA-Chef Fatih Birol der Nachrichtenagentur Bloomberg.
FĂŒr das Gesamtjahr erwartet die IEA ein Wachstum der Nachfrage um 0,9 Millionen Barrel auf dann insgesamt fast 103 Millionen Barrel pro Tag. Zum Vergleich: 2023 habe das Wachstum der Nachfrage noch tĂ€glich 2,1 Millionen Barrel betragen.
Im kommenden Jahr sei nicht mit einer stĂ€rkeren VerĂ€nderung zu rechnen und die IEA-Experten gehen von einem Wachstum der Nachfrage von tĂ€glich 0,95 Millionen Barrel aus. Nach EinschĂ€tzung der IEA ist 2025 mit einem Ăberschuss an Rohöl auf dem Weltmarkt zu rechnen, selbst wenn der von Saudi-Arabien und Russland angefĂŒhrte Ălverbund Opec+ ihre derzeit gĂŒltige Förderbegrenzung nicht wie bisher geplant aufheben sollte.
Die Opec+ hatte vor einiger Zeit versucht, die Preise mit FörderbeschrĂ€nkungen zu stabilisieren. Laut jĂŒngsten Medienberichten soll die FörderkĂŒrzung, die eigentlich bis Oktober geplant war, möglicherweise um zwei Monate verlĂ€ngert werden.
Die Ălnachfrage wurde zuletzt durch die schwĂ€chelnde Weltwirtschaft belastet. Vor allem hatten enttĂ€uschende Konjunkturdaten aus China und den USA mehrfach Nachfragesorgen geschĂŒrt. Die Aussicht, dass in den beiden gröĂten Volkswirtschaften der Welt kĂŒnftig weniger Rohöl verbraucht werden könnte, hatte die Ălpreise in den vergangenen Wochen stark belastet. So hat sich Brent-Rohöl aus der Nordsee seit Anfang August um etwa sieben Dollar verbilligt und wurde zuletzt bei 71,50 Dollar je Barrel gehandelt.
Die Prognose des Interessenverbands der Verbraucherstaaten weicht deutlich ab von den Erwartungen der Organisation erdölexportierender LĂ€nder (Opec). Das Ălkartell hatte zuletzt einen deutlich stĂ€rkeren Anstieg der Nachfrage in diesem Jahr erwartet. Demnach dĂŒrfte der globale Verbrauch an Rohöl um zwei Millionen Barrel pro Tag steigen, hieĂ es.

