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Frankfurt Schluss: Dax stabilisiert sich

09.09.2024 - 18:04:37

Nach krÀftigen Verlusten in der vergangenen Woche hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montag stabilisiert.

Von einer ersten Erholung kann allerdings noch nicht gesprochen werden, denn an den Börsen herrscht NervositĂ€t vor den anstehenden Leitzinsentscheidungen. WĂ€hrend sich die Anleger mit Blick auf die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) im Verlauf dieser Woche auf der sicheren Seite wĂ€hnen, sieht es fĂŒr die USA anders aus.

"Die große und wohl entscheidende Frage auf dem Parkett lautet weiterhin: Wird die Fed ihren Leitzins in der kommenden Woche um 0,25 oder um 0,50 Prozentpunkte reduzieren", erklĂ€rte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.

Der Dax DE0008469008 gewann letztlich 0,77 Prozent auf 18.443,56 ZĂ€hler. Der MDax DE0008467416 stieg um 0,62 Prozent auf 25.201,26 ZĂ€hler, und auch europaweit und in den USA wurden Gewinne verbucht.

So legte der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 EU0009658145, um 0,86 Prozent auf 4.778,66 Punkte zu und auch an den LĂ€nderbörsen in Großbritannien und der Schweiz ging es aufwĂ€rts. In den USA stieg vor allem der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 deutlich um zuletzt 1,3 Prozent. Das Plus fĂŒr die technologielastige Nasdaq-Börse fiel nicht so stark aus.

Das deutsche Börsenbarometer stieg im Tagesverlauf bis knapp unter 18.500 Punkte. Dabei testet der Dax auch kurz den laut Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar von Robomarkets "massiven Widerstand" bei aktuell rund 18.465 Punkten. Gemeint ist die gleitende 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert. Erst wenn dem Leitindex der nachhaltige Sprung ĂŒber diese Marke gelingt, ist der Weg nach oben wieder frei.

Unternehmensnachrichten gab es an diesem Montag kaum und so bewegten vor allem Analystenkommentare. Unter den wenigen Verlierern im Dax ragten die Aktien von Adidas DE000A1EWWW0 mit minus 3,0 Prozent heraus. Analystin Wendy Liu von der britischen Investmentbank Barclays erwartet weiterhin eine schwache Nachfrage in China und sieht zudem stĂ€rkeren Wettbewerb auf den Sportartikelhersteller zukommen. Mittelfristig dĂŒrfe sich die GeschĂ€ftsdynamik daher verlangsamen. Die Anteile von Hugo Boss DE000A1PHFF7 gaben im Sog 4,4 Prozent ab.

Aktien von Autobauern zeigten sich ebenfalls schwĂ€cher mit Verlusten zwischen 0,3 Prozent fĂŒr VW DE0007664039 und 0,7 Prozent fĂŒr BMW DE0005190003. Das passte auch in das allgemeine Bild zum Autosektor in Europa.

Siemens Energy DE000ENER6Y0 erholten sich unterdessen mit plus 3,2 Prozent von ihrem krÀftigen Freitagsverlust. Die Aktie des Energietechnikunternehmens hat sich allerdings seit Jahresbeginn im Wert verdoppelt und ist nach wie vor die bisher am besten gelaufene Aktie im Dax.

Deutsche Bank DE0005140008 stiegen um 2,5 Prozent und profitierten von Änderungen, die JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein an seinen Bewertungsmodellen fĂŒr Schweizer und deutsche Banken vornahm. Er rechnet 2025 mit Ertragsfortschritten im GeschĂ€ft mit Anleihen, WĂ€hrungen und Rohstoffen. Die gestiegene Unsicherheit ĂŒber die weiteren Zinsentwicklungen fĂŒhre zu grĂ¶ĂŸeren Schwankungen und sorge entsprechend fĂŒr mehr KundenaktivitĂ€t in diesem Bereich. Die Commerzbank DE000CBK1001-Papiere gewannen im Gefolge 1,6 Prozent.

Die US-Bank Citigroup strich ihre Kaufempfehlung fĂŒr die Aktien des Gabelstapler-Herstellers Kion DE000KGX8881. Industrie- und Konjunkturdaten sprĂ€chen kurzfristig eher fĂŒr maues Wachstum, hieß es. Die Aktie bĂŒĂŸte im MDax 3,1 Prozent ein. Analystenkommentare der Privatbank Hauck AufhĂ€user ließen zudem im SDax die SĂŒss-Microtec-Aktie DE000A1K0235 um 2,2 Prozent steigen und belasteten PVA Tepla DE0007461006 mit 6,8 Prozent.

Der Euro EU0009652759 wurde am frĂŒhen Abend zu 1,1042 US-Dollar gehandelt. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1043 (Freitag: 1,1103) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9055 (0,9006) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,16 Prozent am Freitag auf 2,22 Prozent. Der Rentenindex Rex DE0008469107 fiel um 0,25 Prozent auf 126,79 Punkte. Der Bund-Future DE0009652644 (Terminkontrakt Dezember) legte um 0,30 Prozent auf 134,56 Punkte zu./ck/nas

--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX ---

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