Merz, Macron

Merz und Macron demonstrieren nach Differenzen Einigkeit

12.02.2026 - 12:36:10

Nach offen geĂ€ußerten deutlichen Meinungsverschiedenheiten demonstrieren Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron zu Beginn eines EU-Gipfels Geschlossenheit.

Bei dem Treffen in Belgien geht es um die Frage, wie Europa wettbewerbsfĂ€higer werden kann. "Ich freue mich, dass Emmanuel Macron und ich, wie fast immer, einig sind ĂŒber diese Fragen", sagte Merz bei der gemeinsamen Ankunft der beiden Spitzenpolitiker.

Macron fĂŒgte hinzu, dass man "selbstverstĂ€ndlich gemeinsam nachdenke". "Ich glaube, wir teilen dieses GefĂŒhl der Dringlichkeit, dass unser Europa klar handeln muss", so der Franzose.

Keine BeschlĂŒsse zu erwarten

Da die Diskussion mit den weiteren 25 EU-Staats- und Regierungschefs in einem flĂ€mischen Wasserschloss informeller Natur ist, sind allerdings keine konkreten BeschlĂŒsse zu erwarten. "Es wird keine Entscheidung geben, sondern es gibt eine Aussprache ĂŒber WettbewerbsfĂ€higkeit und ĂŒber die Vollendung des europĂ€ischen Binnenmarktes", sagte Merz. Man bereite Entscheidungen vor, die beim kommenden regulĂ€ren Gipfeltreffen der EU-Spitzen Ende MĂ€rz in BrĂŒssel getroffen werden sollen. Macron sprach von einem Aktionsplan, um die Wirtschaft wieder nach vorne zu bringen.

Streit um "Buy European"-Regel

Im Vorfeld des Treffens war sehr deutlich geworden, dass Paris und Berlin unterschiedliche Wege verfolgten, um die Ă€chzende europĂ€ische Wirtschaft wieder wettbewerbsfĂ€higer zu machen. Macron etwa plĂ€dierte zuletzt dafĂŒr, eine "Buy European"-Regel einzufĂŒhren, und so bei öffentlichen Investitionen europĂ€ische Produkte zu bevorzugen. Merz setzt sich fĂŒr einen zurĂŒckhaltenderen Ansatz ein und fordert europĂ€ische PrĂ€ferenzregeln nur fĂŒr kritische, strategische Sektoren sowie nur als letztes Mittel. JĂŒngste Forderungen Macrons danach, gemeinsame Schulden aufzunehmen, um Investitionen anzukurbeln, wies Berlin ebenfalls zurĂŒck.

Einig sind sich Paris und Berlin dabei, dass in Europa so schnell wie möglich BĂŒrokratie abgebaut werden muss. Außer ĂŒber Konkurrenz aus Drittstaaten und hohe Energiepreisen klagt die Industrie bestĂ€ndig ĂŒber enormen BĂŒrokratieaufwand, der durch Umwelt- und Nachhaltigkeitsvorgaben noch grĂ¶ĂŸer geworden sei.

@ dpa.de

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