US-Firma will erste kommerzielle Mondlandung schaffen
22.02.2024 - 06:34:59 | dpa.deKlappt die Landung, dann wÀre es auch die erste - wenn auch unbemannte - US-Mondlandung seit den "Apollo"-Missionen vor mehr als 50 Jahren.
Der Lander "Nova-C" des US-Unternehmens Intuitive Machines soll sanft in der sĂŒdlichen Region des Erdtrabanten aufsetzen. Er trĂ€gt den Spitznamen "Odysseus". Der Lander ist etwa so groĂ wie eine altmodische britische Telefonzelle, hat Aluminium-Beine, wiegt rund 700 Kilogramm und kann etwa 130 Kilogramm Ladung mitnehmen. Einen groĂen Teil davon hat die Nasa mit ForschungsgerĂ€ten und anderem belegt, den Rest haben sich vor allem kommerzielle Unternehmen fĂŒr ihre Vorhaben gesichert. Zudem hat der US-KĂŒnstler Jeff Koons 125 Miniaturskulpturen aus rostfreiem Stahl mitgeschickt.
"Nova-C" war vor einer Woche vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet. Transportmittel war eine "Falcon 9"-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Technologie-MilliardĂ€r Elon Musk. Nach dem Start informierte Intuitive Machines regelmĂ€Ăig ĂŒber den "ausgezeichneten" Zustand von "Odysseus" und veröffentlichte Bilder.
Die Mission ist Teil des Programms "CLPS" (Commercial Lunar Payload Services) der Nasa. Mit diesem Programm will die US-Raumfahrtbehörde auf ihrem eigenen Weg zurĂŒck zum Mond vergleichsweise gĂŒnstig und effizient so viel Wissen sammeln wie möglich, indem sie VertrĂ€ge fĂŒr Mondlandungen an private Firmen vergibt und mit diesen zusammenarbeitet. Insgesamt sind fĂŒr das "CLPS"-Programm bis 2028 rund 2,6 Milliarden Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) veranschlagt.
Intuitive Machines bekam fĂŒr die "Nova-C"-Mission rund 77 Millionen Dollar. Das Unternehmen mit Sitz im texanischen Houston wurde 2013 unter anderem vom US-iranischen Unternehmer Kam Ghaffarian gegrĂŒndet, der auch hinter der Firma Axiom Space steht, die gerade erst wieder mit einer kommerziellen Mission Raumfahrer zur Raumstation ISS schickte.
Mondlandungen gelten als technisch höchst anspruchsvoll und gehen hĂ€ufig schief. Allein in diesem Jahr liefen schon zwei geplante Landungen anders als erhofft: Das US-Unternehmen Astrobotic mit Sitz in Pittsburgh schickte im Januar die "Peregrine"-Kapsel los - ebenfalls als Teil des "CLPS"-Programms der Nasa. Schon kurz nach dem Start gab es Probleme aufgrund einer Störung des Antriebssystems. Den Ingenieuren gelang zwar zeitweilig eine Stabilisierung der Kapsel, das Ziel einer Mondlandung musste aber aufgegeben werden. Wenige Tage spĂ€ter verglĂŒhte "Peregrine" in der ErdatmosphĂ€re.
Kurz darauf setzte der Lander "SLIM" (Smart Lander for Investigating Moon) der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa zwar sanft auf dem Mond auf, hatte allerdings zunĂ€chst Probleme mit der Energieversorgung. Erst nach tagelangem Stromausfall konnte "SLIM" dann doch noch in Betrieb gehen. Damit ist Japan - nach den USA, Russland, China und Indien - das fĂŒnfte Land, das erfolgreich unbemannt auf dem Mond gelandet ist. Im April vergangenen Jahres war eine japanische Firma mit einer Ă€hnlichen Mission gescheitert.
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