ROUNDUP, Treffen

Treffen zwischen USA, Russland und Ukraine

22.01.2026 - 18:01:03

(Neu: Zusammensetzung der ukrainischen Delegation im 2.

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DAVOS/MOSKAU (dpa-AFX) - Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands wollen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ĂŒber ein mögliches Kriegsende verhandeln. Das sagte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj nach einem Treffen mit US-PrĂ€sident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos. Die GesprĂ€che auf Expertenebene sollten schon am Freitag und Samstag stattfinden.

Die ukrainische Delegation wird Selenskyj zufolge wieder aus ChefunterhĂ€ndler Rustem Umjerow, PrĂ€sidialkanzleichef Kyrylo Budanow, Generalstabschef Jurij Hnatow und aus dem Fraktionschef der PrĂ€sidentenpartei im Parlament, David Arachamija, sowie Vize-Außenminister Serhij Kyslyzja bestehen. Von russischer Seite sind bisher keine GesprĂ€che bestĂ€tigt.

Von diesen GesprÀchen in Abu Dhabi hatte zuvor auch Trumps Sondergesandter Steve Witkoff gesprochen. Dieser soll am Abend zunÀchst nach Moskau fliegen, um mit Russlands PrÀsident Wladimir Putin zu sprechen.

Selenskyj: Ist Moskau zu Kompromissen bereit?

Selenskyj sprach von einem ersten trilateralen Treffen, schraubte aber die Erwartungen zurĂŒck. Es sei eine Überraschung der Amerikaner. "Ich hoffe, dass die Emirate Bescheid wissen." Trotzdem sei es wichtig zu sehen, ob Russland zu Kompromissen bereit sei.

Direkte offizielle Treffen zwischen den beiden Kriegsparteien hat es seit mehreren Monaten nicht mehr gegeben, zuletzt war dafĂŒr Istanbul Schauplatz. Russische und ukrainische MilitĂ€rs und Geheimdienstler haben aber Abu Dhabi fĂŒr informelle Treffen genutzt, bei denen es auch um den Austausch von Kriegsgefangenen ging. Nach Kremlangaben tauchte bei den GesprĂ€chen im November auch ein US-Vertreter auf.

Trump nach Treffen: Haben noch Weg vor uns

Zum kurzfristig angesetzten Treffen zwischen Trump und Selenskyj in Davos machten beide Seiten nur spÀrliche Angaben. Einen Durchbruch gab es nach Trumps Angaben nicht. Man habe "noch einen Weg vor sich", sagte er vor Reportern.

Es sei ein gutes GesprĂ€ch mit Selenskyj gewesen. Man mĂŒsse sehen, wie das GesprĂ€ch seiner UnterhĂ€ndler Witkoff und Jared Kushner mit Kremlchef Putin verlaufe. Dabei sei die Botschaft an Putin: "Der Krieg muss aufhören."

Auch Selenskyj sprach von einem guten Treffen. Man habe ĂŒber Flugabwehr und "Dokumente" gesprochen. Damit dĂŒrften die geplanten Vereinbarungen ĂŒber Sicherheitsgarantien und den Wiederaufbau des Landes gemeint sein. Das erste Treffen zwischen dem US-PrĂ€sidenten und Selenskyj in diesem Jahr dauerte nach Angaben beider Seiten etwa eine Stunde.

Heftige Kritik an europĂ€ischen VerbĂŒndeten und Nato

Selenskyj nutzte die internationale BĂŒhne des Weltwirtschaftsforums fĂŒr Kritik an seinen europĂ€ischen VerbĂŒndeten und der Nato. Er warf ihnen vor, sein Land im Krieg mit Russland zu wenig zu unterstĂŒtzen: "Europa diskutiert gern ĂŒber die Zukunft, scheut sich aber davor, heute zu handeln - Handlungen, die darĂŒber entscheiden, welche Art von Zukunft wir haben."

Selenskyj kritisierte auch die Nato. Das transatlantische VerteidigungsbĂŒndnis existiere lediglich aufgrund des Glaubens, dass die USA im Falle eines Angriffs nicht tatenlos zusehen, sondern helfen wĂŒrden. "Doch niemand hat das BĂŒndnis bisher in Aktion erlebt", sagte Selenskyj. Er forderte eine Aufstockung der StreitkrĂ€fte. Es habe erst den Druck von Trump gebraucht, ehe die VerbĂŒndeten ihre Verteidigungsausgaben erhöht hĂ€tten.

In seiner Rede machte Selenskyj sich auch ĂŒber die SolidaritĂ€tsbekundungen europĂ€ischer Staaten lustig, die im Grönland-Konflikt der USA mit Europa Einheiten auf die weltgrĂ¶ĂŸte Insel geschickt hatten. Wenn man insgesamt 40 Soldaten entsende, was wolle man damit sagen? "Welche Botschaft geht an Putin, an China, und vor allem: Welche Botschaft sendet es an DĂ€nemark, den wichtigsten engen VerbĂŒndeten?", sagte Selenskyj.

Trump: Selenskyj will einen Deal

Trump hatte sein Treffen mit Selenskyj am Mittwoch in Davos angekĂŒndigt und gesagt, er glaube, dass dieser einen Deal machen wolle. "Ich denke, ich kann sagen, dass wir einigermaßen nah dran sind." Der Republikaner wiederholte seine Forderung, dass der seit fast vier Jahren andauernde Ukraine-Krieg enden mĂŒsse. Putin und Selenskyj wĂ€ren dumm, wenn sie sich nicht auf einen Deal einließen, sagte er.

Eine Reise Selenskyjs nach Davos war lange Zeit unsicher gewesen. Er hatte noch am Dienstag gesagt, dass er wegen der andauernden russischen Angriffe aus der Luft viel im eigenen Land zu tun habe. In der Hauptstadt Kiew waren nach Angaben von BĂŒrgermeister Vitali Klitschko nach solchen Luftangriffen am Donnerstagmorgen noch etwa 3.000 HochhĂ€user ohne Heizung.

@ dpa.de