AKTIE IM FOKUS 2: Netflix-Zahlen kommen an der Börse schlecht an
22.10.2025 - 16:54:37(neu: Kurs im regulÀren New Yorker Handel)
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Netflix-Aktien US64110L1061 haben am Mittwoch trotz eines anhaltend guten GeschĂ€ftswachstums den Anlegern die Stimmung vermiest. Im frĂŒhen New Yorker Handel sackten die Papiere des Videostreaming-MarktfĂŒhrers um 9,74 Prozent auf 1.120,50 US-Dollar ab. FĂŒr das laufende Jahr reduziert sich damit das Kursplus auf gut 26 Prozent.
Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 480 Milliarden Dollar ist Netflix an der Börse deutlich mehr wert als Walt Disney US2546871060 (205 Milliarden), Comcast US20030N1019 (110 Milliarden) und Warner Bros. Discovery US9344231041 (51 Milliarden) zusammen. Die Netflix-Aktie war im Februar im Zuge positiver Jahreszahlen erstmals ĂŒber die Marke von 1.000 Dollar geklettert. Im April fiel der Kurs infolge der ZollankĂŒndigungen von US-PrĂ€sident Donald Trump dann fast bis auf 800 Dollar zurĂŒck, erholte sich aber rasch und erreichte Ende Juni ein Rekordhoch von 1.341 Dollar.
Die GeschĂ€fte von Netflix US64110L1061 wachsen weiterhin schnell: Der Umsatz stieg im vergangenen Quartal um 17 Prozent auf 11,5 Milliarden US-Dollar. Netflix nennt inzwischen keine Abonnenten-Zahlen mehr, weshalb die Erlösentwicklung nun als Hauptindikator fĂŒr das GeschĂ€ftswachstum gilt. Co-Chef Ted Sarandos sprach aber davon, dass sich Netflix der Marke von einer Milliarde Zuschauern nĂ€here.
Beim Gewinn je Aktie von 5,87 Dollar verfehlte das Unternehmen die Analystenerwartungen allerdings deutlich. Netflix verwies zur BegrĂŒndung auf eine noch andauernde Auseinandersetzung mit den Steuerbehörden in Brasilien. Man rechne allerdings nicht mit Folgen fĂŒr spĂ€tere Ergebnisse. Unter dem Strich stieg der Gewinn im Jahresvergleich um knapp acht Prozent auf 2,55 Milliarden Dollar.
Sowohl das vergangene Jahresviertel als auch der Ausblick auf das laufende Quartal sĂ€hen insgesamt ordentlich aus, schrieb JPMorgan-Analyst Doug Anmuth. Allerdings könnten die Markterwartungen nun ein wenig sinken. Der Experte verwies auch darauf, dass Netflix die TĂŒr fĂŒr selektive ZukĂ€ufe offen halte. Bisher habe das Unternehmen keine gröĂeren Akquisitionen getĂ€tigt.
James Heaney vom Analysehaus Jefferies sprach von durchwachsenen Ergebnissen und bemĂ€ngelte, dass der fehlende Ausblick auf 2026 fĂŒr eine gewisse Wachstumsunsicherheit sorgen könnte. An der aufwĂ€rtsgerichteten Anlagestory Ă€ndert sich jedoch aus seiner Sicht nichts. Er rechnet weiterhin mit einem dauerhaften prozentual zweistelligen Umsatzwachstum und Steigerungen der ProfitabilitĂ€t.

