Ölpreis steigt kräftig: Trump kündigt Blockade der Straße von Hormus an – Brent nähert sich 104 Dollar
15.04.2026 - 10:00:19 | ad-hoc-news.deDie Ölpreise haben in der Nacht zum Montag, dem 14. April 2026, einen starken Aufschwung hingelegt. Grund ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus zu blockieren. Brent Crude Futures für Juni-Lieferung stiegen bis auf fast 104 US-Dollar pro Barrel, was einem Plus von bis zu neun Prozent entspricht. Die US-Sorte WTI für Mai-Lieferung gewann ebenfalls spürbar an Boden.
Stand: Montag, 14. April 2026, 10:00 Uhr (Europe/Berlin)
Trumps Blockade-Ankündigung als Haupttreiber
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölexport. Rund 20 Prozent des weltweiten Rohöls passieren täglich diese Engstelle. Eine Blockade würde das Angebot massiv einschränken und Preise nach oben treiben. Analysten sehen hierin ein direktes Risiko für die Versorgungssicherheit, insbesondere für Europa, das stark von Importen aus dem Nahen Osten abhängt.
Die Ankündigung erfolgte nach gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad. Vor dem Wochenende hatten die Preise noch bei 95,20 Dollar für Brent gelegen. Der abrupte Anstieg unterstreicht die hohe Sensibilität des Ölmarkts gegenüber geopolitischen Entwicklungen.
Unterschiede zwischen Brent und WTI
Brent Crude, der globale Benchmark für den internationalen Handel, notierte am frühen Montagmorgen bei rund 102 US-Dollar, sieben Prozent über dem Freitagabend-Niveau. WTI, der US-amerikanische Referenzpreis, zeigte eine ähnliche Dynamik, blieb jedoch etwas stärker von lokalen Lagerbeständen beeinflusst. Während Brent stärker auf globale Lieferketten reagiert, spiegelt WTI die US-Produktion und Raffinerieaktivität wider. Dieser Unterschied wird in Zeiten geopolitischer Risiken besonders deutlich.
Vorheriger Rückgang durch Waffenruhe
Nur Tage zuvor, nach der Verkündung einer zweiwöchigen Feuerpause im Iran-Krieg am 7. April, waren die Preise um bis zu 16 Prozent auf 91,11 Dollar für Brent eingebrochen. Diese Talfahrt spiegelte Erwartungen an eine Entspannung wider. Doch die nun wieder eskalierenden Spannungen haben den Trend umgekehrt. Der Markt pendelt somit volatil zwischen Hoffnung auf Deeskalation und Angst vor Versorgungsstörungen.
Die Ost-West-Pipeline, die Öl um die Straße von Hormus herum transportiert, meldete zudem einen Kapazitätsrückgang um 700.000 Barrel pro Tag. Solche Störungen verstärken die Blockade-Furcht.
Auswirkungen auf Europa und DACH-Region
Für europäische Investoren und Verbraucher sind steigende Ölpreise alarmierend. Deutschland und die DACH-Staaten importieren über 90 Prozent ihres Öls. Höhere Rohölpreise drücken auf Diesel- und Benzinpreise, was die Inflation anheizt. Die Bundesregierung hat bereits eine Energiesteuersenkung um 17 Cent pro Liter beschlossen, um Verbraucher zu entlasten. Dennoch warnen Experten vor einem 'Rakete-und-Feder-Effekt': schnelle Anstiege, langsame Rückgänge.
Heizölpreise in Deutschland folgen dem Trend. In Bayern lag der Preis für 100 Liter am 13. April bei 139,52 Euro (+3,77 Prozent zum Vortag), in Nordrhein-Westfalen bei 142,52 Euro (+2,18 Prozent). Solche Entwicklungen belasten Haushalte und Industrie in der Region.
Marktpositionierung und weitere Risiken
Der Ölmarkt ist derzeit stark supply-driven. Geopolitik dominiert über Nachfragesorgen oder Inventarberichte. OPEC+ hat kürzlich Produktionsanpassungen signalisiert, doch diese wirken im Schatten des Iran-Konflikts. Eine Eskalation könnte Brent über 110 Dollar treiben, warnen Analysten. Umgekehrt würde eine echte Deeskalation zu schnellen Rückgängen führen.
Der US-Dollar-Kurs spielt eine Rolle: Ein stärkerer Dollar dämpft Ölpreise, da sie in USD notiert werden. Aktuell überwiegt jedoch das Risikopremium.
Technische Analyse und Ausblick
Brent hat die 100-Dollar-Marke durchbrochen, ein psychologisch wichtiges Niveau. Widerstände liegen bei 105 und 110 Dollar. Unterstützung findet sich bei 95 Dollar. Trader positionieren sich long, getrieben von Spekulationen um Lieferengpässe.
In den USA beeinflussen Raffinerieauslastungen WTI. Hohe Nachfrage aus Asien stützt den Preis, trotz potenzieller Rezessionsängste.
Inflations- und Konjunkturimplikationen
Ölpreise gelten als Schlüsselindikator für Inflation. Bei 100 Dollar plus droht eine Hitzewelle in Europa. Die EZB beobachtet dies genau, da Energiepreise den Kernkonsum beeinflussen. Für DACH-Investoren erhöht dies die Volatilität in Rohstoff-ETCs und verwandten Aktien.
Langfristig hängt der Trend von der Iran-Lage ab. Verhandlungen könnten Preise dämpfen, eine Blockade sie explodieren lassen.
Weiterführende Quellen
- WirtschaftsWoche: Ölpreis aktuell
- ADAC: Aktuelle Spritpreise
- HeizOel24: Heizölpreise Bayern
- FastEnergy: Heizölpreise Saarland
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.
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