Ölpreis steigt kräftig: Trump kündigt Seeblockade der Straße von Hormus an – Brent über 100 Dollar
15.04.2026 - 10:00:09 | ad-hoc-news.deDie Rohölpreise haben in der Nacht zum Montag kräftig zugelegt. Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad kletterte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni bis auf fast 104 US-Dollar, um am frühen Morgen bei rund 102 Dollar zu notieren – ein Plus von sieben Prozent gegenüber Freitagabend. Die US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai folgte mit deutlichen Gewinnen und erreichte mittags 104,1 Dollar, was einem Anstieg von 7,8 Prozent entspricht.
Stand: Montag, 13. April 2026, 18:02 Uhr (Europe/Berlin)
Trump kündigt Blockade der Straße von Hormus an
US-Präsident Donald Trump hat eine Seeblockade der Straße von Hormus angekündigt, die um 16:00 Uhr deutscher Zeit beginnen soll. Ziel ist es, zu verhindern, dass der Iran Gebühren für die Durchfahrt von Reedereien verlangt und gleichzeitig von Ölexporten profitiert. Die Straße von Hormus ist für den Iran als einen der größten Ölproduzenten weltweit essenziell, um seine Ölexporte auf internationale Märkte zu bringen. Diese Ankündigung folgt unmittelbar auf die gescheiterten Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Wochenende, die eine dauerhafte Beilegung des Konflikts anstreben sollten.
Vor dem Start der Verhandlungen am Samstag notierte Brent noch bei 95,20 Dollar pro Barrel. Die Eskalation sorgt nun für massive Preisbewegungen am Ölmarkt, da die Blockade die globale Ölversorgung bedroht. Experten warnen, dass eine Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, durch die täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl passieren, zu Engpässen führen könnte.
Unterschiede zwischen Brent und WTI
Während Brent als globaler Benchmark für den internationalen Ölhandel dient und stark von Versorgungsrisiken im Nahen Osten abhängt, spiegelt WTI primär die US-amerikanische Lager- und Produktionssituation wider. Heute zeigten beide Sorten ähnliche Aufwärtstrends, wobei WTI etwas stärker performte und auf 104,1 Dollar kletterte. Brent pendelte um 101,95 bis 102 Dollar, bleibt aber unter der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke gefangen, wenngleich nah dran. Diese Differenzierung unterstreicht, wie geopolitische Risiken beide Märkte gleichermaßen belasten, WTI jedoch durch US-interne Faktoren zusätzlich gestützt wird.
Im Vergleich zur Vorwoche, als Brent nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe auf 91 Dollar abrutschte, markiert der aktuelle Anstieg eine Volatilität von über 10 Prozent innerhalb weniger Tage. Die Märkte reagieren sensibel auf jede Entwicklung im US-Iran-Konflikt.
Geopolitische Risiken als Haupttreiber
Der Konflikt zwischen USA und Iran hat seit Ende Februar, als Israel und die USA Angriffe auf den Iran starteten, die Ölpreise um rund ein Drittel in die Höhe getrieben. Die gescheiterten Verhandlungen in Islamabad und Trumps Blockadeankündigung verstärken die Versorgungsängste. Die Straße von Hormus transportiert etwa 20 Prozent des globalen Öls, darunter große Mengen aus Saudi-Arabien, den VAE und dem Iran selbst. Eine Blockade würde nicht nur iranische Exporte stoppen, sondern auch andere Produzenten behindern, was Preise weiter anheizen könnte.
Für europäische Investoren ist dies besonders relevant, da der Kontinent stark von importiertem Öl abhängt. In Deutschland und der DACH-Region wirken sich höhere Ölpreise direkt auf Heizöl-, Diesel- und Benzinpreise aus, was die Inflation antreibt und die EZB-Politik beeinflusst.
Auswirkungen auf Heizöl- und Spritpreise in Europa
In Deutschland steigen die Heizölpreise bereits spürbar an. In Baden-Württemberg kostet 100 Liter Heizöl heute 133,95 Euro, ein Plus von 2,70 Prozent zum Vortag. Ähnlich in Bayern und Sachsen, wo Preise um zwei bis drei Cent pro Liter zulegen. Die Blockadeerwartung belastet die Ölversorgung und könnte in den kommenden Tagen zu weiteren Steigerungen führen. Spritpreise ziehen ebenfalls an, mit einem Mittagssprung bei WTI auf Rekordniveaus.
Die Transmission vom Rohöl zum Endverbraucherpreis erfolgt über Raffineriekosten und Logistik. In der DACH-Region, wo Diesel für Lkw und Heizöl im Winter dominant sind, erhöhen sich Betriebskosten für Industrie und Privathaushalte direkt. Dies könnte die Konjunktur bremsen und Inflationserwartungen steigern.
Marktpositionierung und technische Analyse
Händler halten sich zurück, da klare Signale fehlen, doch die Volatilität ist hoch. Brent notiert in einer Seitwärtsphase um 101,95 Dollar, mit einem Wochenrückgang von 6,20 Prozent, aber Monatsgewinnen von 2,13 Prozent und enormen Zuwächsen über drei Monate (+59,36 Prozent). Forum-Diskussionen sehen Szenarien bis 110-120 Dollar pro Barrel bei weiterer Eskalation. Futures dominieren den Handel, physische Lieferungen bleiben begrenzt.
Die OPEC+ könnte auf Produktionsanpassungen reagieren, doch aktuelle Fokus liegt auf Geopolitik. Inventardaten aus den USA spielen derzeit eine untergeordnete Rolle, da Versorgungsrisiken überwiegen.
Risiken und Ausblick
Die Blockade beginnt um 16:00 Uhr MEZ, was den Markt weiter beunruhigen könnte. Mögliche Gegenmaßnahmen des Iran, wie Gegenblockaden oder Angriffe, würden Preise explodieren lassen. Andererseits könnten diplomatische Initiativen die Spannungen entschärfen. Für Investoren birgt der Ölmarkt Chancen in ETFs oder Futures, birgt aber hohe Volatilität.
In Europa verstärkt der Ölpreisanstieg Druck auf die Energieversorgung. Die EU könnte Reserven anzapfen, doch langfristig hängt Stabilität von Diversifikation ab.
Weiterführende Quellen
- WirtschaftsWoche: Ölpreis aktuell
- Handelsblatt: Ölpreis Rekord
- Wallstreet-Online: Brent bei 101,95 USD
- Fastenergy: Heizöl-Markt aktuell
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.
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