Oracle Aktie: GefÀhrlicher Spagat
03.04.2026 - 15:13:59 | boerse-global.deOracle steht vor entscheidenden Tagen. WĂ€hrend das Unternehmen massiv in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur fĂŒr US-Behörden investiert, tĂŒrmen sich auf der anderen Seite juristische und finanzielle Risiken. Ein rasanter Schuldenaufbau und eine drohende Sammelklage zwingen Investoren nun, die aggressive Wachstumsstrategie neu zu bewerten.
Bis zum kommenden Montag, den 6. April, haben geschÀdigte Anleger Zeit, sich als HauptklÀger einer Sammelklage gegen den Softwarekonzern in Stellung zu bringen. Der Vorwurf lautet, das Management habe die kurzfristigen ErtrÀge aus den gigantischen KI-Investitionen zu optimistisch dargestellt.
Auslöser der Klagewelle war ein doppelter RĂŒckschlag im vergangenen Dezember. ZunĂ€chst wies Oracle einen negativen freien Cashflow von ĂŒber 10 Milliarden US-Dollar aus. Kurz darauf zog sich der Hauptfinanzier Blue Owl Capital aus einem geplanten 10-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum fĂŒr OpenAI zurĂŒck â laut Berichten aus Sorge ĂŒber die explodierenden Ausgaben und steigenden Schulden. Diese Gemengelage lieĂ den Aktienkurs von seinem Rekordhoch bei rund 345 US-Dollar im September 2025 um mehr als die HĂ€lfte einbrechen.
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RekordauftrÀge als Gegengewicht
Trotz der juristischen Altlasten lieferte das jĂŒngste Quartal handfeste Argumente fĂŒr eine operative StĂ€rke. Im dritten GeschĂ€ftsquartal kletterte der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar, getrieben von einem 44-prozentigen Sprung im Cloud-GeschĂ€ft. Noch aussagekrĂ€ftiger ist der Auftragsbestand: Dieser vervierfachte sich nahezu auf einen Rekordwert von 553 Milliarden US-Dollar.
Gleichzeitig forciert Oracle seine Expansion im lukrativen US-Regierungssektor. Mit einer neuen KI-Datenplattform und der Integration von Nvidia-Hochleistungschips sichert sich der Konzern strategisch wichtige AuftrĂ€ge. Dazu zĂ€hlt auch ein laufender 88-Millionen-Dollar-Vertrag zur Bereitstellung von Cloud-Diensten fĂŒr die US-Luftwaffe.
Wachsende Schuldenlast
Diese aggressive Expansion erfordert immense Kapitalmengen. Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 nahm Oracle rund 58 Milliarden US-Dollar an neuen Schulden auf. Damit ĂŒberschreiten die Gesamtverbindlichkeiten nun die Marke von 100 Milliarden US-Dollar.
AktionĂ€re erhalten am 24. April ihre regulĂ€re Quartalsdividende von 0,50 US-Dollar. Die eigentliche BewĂ€hrungsprobe fĂŒr das Management liegt jedoch in der operativen Umsetzung: Der Rekord-Auftragsbestand von ĂŒber einer halben Billion Dollar muss zĂŒgig in echten Cashflow verwandelt werden, um die massiv angewachsenen Verbindlichkeiten bedienen zu können.
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