ROUNDUP, Panama

Panama annulliert HafenvertrÀge von Hongkonger Konzern

30.01.2026 - 18:01:20

Panamas Verfassungsgericht hat die VertrĂ€ge eines Hongkonger Konzerns fĂŒr den Betrieb zweier HĂ€fen in dem fĂŒr die Seefahrt wichtigen Panamakanal annulliert.

Die VertrĂ€ge fĂŒr die HĂ€fen in Balboa und CristĂłbal seien verfassungswidrig, teilte die Behörde mit. Betreiber ist eine zum Konzern CK Hutchison KYG217651051 gehörende Tochterfirma. Das Hongkonger Unternehmen hatte die HĂ€fen seit 1997.

Die Beteiligung des Hongkonger Unternehmens hatte im vergangenen Jahr fĂŒr Streit mit der US-Regierung gesorgt, weil PrĂ€sident Donald Trump behauptet hatte, China habe Kontrolle ĂŒber die wichtige Seehandelsroute in Lateinamerika. Trump drohte, den Kanal unter US-Kontrolle zu bringen.

Zukunft unklar - PrĂ€sident Mulino spricht von Übergangsphase

Die betroffene Tochterfirma Panama Ports Company erklĂ€rte, die Entscheidung des Gerichts stimme nicht mit den relevanten Gesetzen fĂŒr den Vertrag ĂŒberein. Chinas Außenamtssprecher Guo Jiakun sagte in Peking, die Volksrepublik werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Rechte und Interessen chinesischer Firmen zu schĂŒtzen.

Die höchstrichterliche Entscheidung dĂŒrfte Washington freuen. CK Hutchison kann dagegen nicht in Berufung gehen. Wie es fĂŒr den Betrieb der HĂ€fen genau weitergehen soll, ging aus der Mitteilung des Verfassungsgerichts nicht hervor. Panamas StaatsprĂ€sident JosĂ© RaĂșl Mulino sagte jedoch in einer Videobotschaft, der kontinuierliche Betrieb der HĂ€fen sei sichergestellt: "Wir werden dafĂŒr sorgen, dass jeder Schritt ordnungsgemĂ€ĂŸ erfolgt."

Bis zur Vollstreckung des Urteils, deren Datum noch unbekannt ist, Ă€ndere sich nichts, sagte Mulino. Daraufhin werde wĂ€hrend einer Übergangsphase bis zur Vergabe der neuen Hafenkonzessionen eine Tochtergesellschaft des dĂ€nischen Logistik- und Transportkonzerns A.P. Moller-Maersk den Betrieb der HĂ€fen vorĂŒbergehend ĂŒbernehmen. Er hoffe auf die Kooperation der bisherigen Betreiber fĂŒr einen reibungslosen Übergang, sagte Mulino.

Deal zum Verkauf von 43 Hafenbeteiligungen

Mit der Gerichtsentscheidung dĂŒrfte sich zudem ein Deal verzögern, mit dem der Hongkonger Konzern seine 43 Hafenbeteiligungen in insgesamt 23 LĂ€ndern, wozu auch die HĂ€fen im Panamakanal gehören, verkaufen will.

Als KĂ€ufer gelten Berichten zufolge die US-Finanzfirma Blackrock zusammen mit der Terminal Investment Ltd. des italienischen MilliardĂ€rs und MSC-GrĂŒnders Gianluigi Aponte. Peking schaltete sich jedoch zwischenzeitlich in den Deal ein und begann mit einer ÜberprĂŒfung. Noch im Dezember sagte das Handelsministerium, die Behörden ĂŒberprĂŒften den Verkauf in Übereinstimmung mit dem Gesetz. China wollte erreichen, dass die staatseigene Großreederei Cosco einen Hauptanteil an den zu verkaufenden Beteiligungen erhĂ€lt.

Der Panamakanal war Anfang des 20. Jahrhunderts von den USA erbaut worden, die Hoheit ĂŒber die Kanalzone ging aber Ende 1999 vollstĂ€ndig zurĂŒck an Panama.

@ dpa.de