VerbraucherschĂŒtzer, Plattformen

VerbraucherschĂŒtzer: Plattformen verstoßen gegen EU-Recht

02.03.2026 - 12:30:47 | dpa.de

PopulĂ€re Online-Plattformen machen es Nutzern in der Regel zu schwer, illegale Inhalte als RechtsverstĂ¶ĂŸe zu melden.

Das zeigt eine Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands, bei der fĂŒnf Online-MarktplĂ€tze (AliExpress, Amazon US0231351067, Shein, Temu, Zalando DE000ZAL1111) und fĂŒnf Social-Media-Plattformen (Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok, YouTube) untersucht wurden. Nach EinschĂ€tzung der VerbraucherschĂŒtzer verstoßen die Plattformen damit gegen geltendes europĂ€isches Recht.

Der Digital Services Act (DSA) regelt, dass Online-Plattformen leicht zugĂ€ngliche und nutzerfreundliche Melde- und Beschwerdeverfahren anbieten mĂŒssen. Die Untersuchung ergab, dass die Plattformen zwar Meldewege fĂŒr illegale Inhalte anbieten, etwa Werbung fĂŒr betrĂŒgerische Fakeshops. Diese seien jedoch immer wieder geprĂ€gt von technischen HĂŒrden, manipulativen Designs und Intransparenz.

"Plattformen stellen erhebliche HĂŒrden in den Weg"

Wenn Nutzerinnen und Nutzer von Online-Plattformen diese Inhalte melden wollten, mĂŒssten sie zum Teil erhebliche HĂŒrden nehmen, beklagte Ramona Pop, VorstĂ€ndin des Verbraucherzentrale Bundesverbands. "Das muss sich Ă€ndern. Plattformen sind dazu verpflichtet, leicht zugĂ€ngliche Möglichkeiten zur Meldung solcher Inhalte zur VerfĂŒgung zu stellen."

Im Detail störten sich die VerbraucherschĂŒtzer daran, dass die Meldewege in vielen FĂ€llen schwer zugĂ€nglich und nicht immer nutzerfreundlich gestaltet seien. "Lange Klickpfade, unĂŒbersichtliche Auswahllisten und Doppelungen bei geforderten Angaben erschwerten die Meldungen. Teilweise kamen vorgeschriebene EingangsbestĂ€tigungen nicht an."

Pop sagte, illegale Inhalte hĂ€tten auf Online-Plattformen nichts zu suchen. "Leicht zugĂ€ngliche und nutzerfreundliche Melde- und Beschwerdeverfahren könnten helfen, diese schnell zu entfernen." Plattformen mĂŒssten die Regelungen des DSA endlich vollstĂ€ndig umsetzen und sĂ€mtliche HĂŒrden fĂŒr die Meldung illegaler Inhalte abbauen - oder Konsequenzen in Form von Bußgeldern bekommen.

DSA in den transatlantischen Beziehungen umstritten

Das EuropĂ€ische Digitalgesetz DSA gehört zu den Konfliktfeldern zwischen der EuropĂ€ischen Union und den Vereinigten Staaten. Die Regierung von PrĂ€sident Donald Trump wirft der EU vor, mit dem DSA vor allem Zensurmaßnahmen umzusetzen. Die US-Regierung wertet DSA-Bußgelder als Kampfansage. Im vergangenen Dezember hatte die EU-Kommission auf Basis des DSA das erste Bußgeld gegen X (ehemals Twitter) in Höhe von 120 Millionen Euro ausgesprochen. Gegen Facebook und Instagram aus dem Meta US30303M1027-Konzern laufen die Verfahren noch, ebenso beim chinesischen Online-HĂ€ndler AliExpress.

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