Porsche, Holding

Porsche Holding fordert Technologieoffenheit von der Politik

11.02.2026 - 09:44:12

Europas größter Autohändler warnt vor einseitigen Elektro-Vorgaben und verweist auf stagnierende Marktanteile. Die Politik wird zu mehr Pragmatismus aufgerufen.

Europas größtes Autohandelshaus stellt sich gegen einseitige E-Mobobilitäts-Vorgaben. Die Porsche Holding Salzburg verlangt von Österreich und der EU ein klares Bekenntnis zur Technologieoffenheit. Geschäftsführer Hans Peter Schützinger warnt vor ideologischen Scheuklappen und verweist auf die Marktrealitäten des Jahres 2026.

In einer Stellungnahme machte Schützinger unmissverständlich klar, dass der Weg zur CO2-Neutralität nicht allein durch Verbote zu erreichen sei. „Am Ende entscheidet der Kunde, welches Fahrzeug er fährt, und nicht die Politik“, so der Konzernsprecher. Zwar bekenne man sich zur Elektromobilität als wichtigster Zukunftsäule, doch dürfe man die verhaltene Nachfrage und unterschiedlichen Kundenbedürfnisse nicht ignorieren.

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Die Forderung zielt darauf ab, auch synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) und hocheffiziente Verbrenner als Teil der Lösung anzuerkennen.

Marktrealität 2026: E-Auto-Wachstum lahmt

Die Positionierung stützt sich auf harte Zahlen. Das Autojahr 2025 schloss in Österreich mit rund 285.000 Neuzulassungen ab. Doch der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) stagnierte bei 21,3 Prozent. Hybridantriebe dominierten hingegen mit fast 40 Prozent Marktanteil.

Branchenanalysten sehen darin einen Beleg: Viele Konsumenten sind noch nicht bereit für den kompletten Umstieg. Gründe sind hohe Preise und eine lückenhaft Ladeinfrastruktur, besonders in ländlichen Gebieten.

Für 2026 prognostiziert die Porsche Holding ein leichtes Marktwachstum auf etwa 290.000 Fahrzeuge. Um die Elektromobilität dennoch voranzubringen, setzt der Konzern auf eine Modelloffensive im erschwinglichen Segment:
* Cupra Raval
* VW ID.Polo
* Skoda Epiq

Diese Neuheiten sollen mit Einstiegspreisen um 25.000 Euro neue Käuferschichten erschließen.

Stocker signalisiert Unterstützung aus Wien

Die Rufe aus Salzburg verhallen nicht ungehört. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat sich mehrfach für einen pragmatischen Kurs in der Klimapolitik ausgesprochen. Sein Bundeskanzleramt signalisierte Gesprächsbereitschaft.

Stocker betonte, Österreich als Automobilstandort müsse auf Innovation statt auf Verbote setzen. Diese Linie deckt sich mit der neuen Industriestrategie von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Innerhalb der Koalition sorgt das Thema aber weiter für Zündstoff. Während ÖVP-Minister die Technologieoffenheit betonen, drängt die SPÖ, vertreten durch Infrastrukturminister Peter Hanke, auf einen konsequenteren Ausbau der Ladeinfrastruktur.

EU-Kurskorrektur öffnet Tür für Alternativen

Hintergrund der Debatte ist eine EU-Kurskorrektur. Ende 2025 einigten sich Mitgliedstaaten und Kommission auf abgeschwächte Flottengrenzwerte: Statt 100 Prozent CO2-Reduktion bei Neuwagen ab 2035 sind nun 90 Prozent vorgesehen.

Diese „10-Prozent-Lücke“ öffnet die Tür für Nischenlösungen wie E-Fuels. Kritiker fürchten um Planungssicherheit für die Industrie. Befürworter wie die Porsche Holding sehen darin die nötige Flexibilität, um auch nach 2035 Mobilität für alle Bereiche – wie schwere Nutzfahrzeuge – sicherzustellen.

Branchenkenner werten die Positionierung auch als strategisches Signal an die eigenen Händler und Werkstätten. Eine längere Koexistenz der Technologien sichert das Servicegeschäft und gibt mehr Zeit für den kostspieligen Wandel.

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