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30.05.2025 - 09:02:14 | dpa.de

Richtungswahl in Polen? / Stichwahl um das PrÀsidentenamt am 1.

JuniBerlin/Warschau, Polen (ots) - Am Sonntag wĂ€hlen die Polinnen und Polen einneues Staatsoberhaupt. In der Stichwahl stehen sich zwei Kandidaten gegenĂŒber:Rafal Trzaskowski, OberbĂŒrgermeister von Warschau und Vertreter derliberal-konservativen Regierungspartei BĂŒrgerplattform (PO), sowie KarolNawrocki, Kandidat der nationalkonservativen Oppositionspartei Recht undGerechtigkeit (PiS) und Leiter eines staatlichen historischen Instituts. DerWahlkampf wurde von mehreren zentralen Themen geprĂ€gt, darunter dasGesundheitssystem, Wohnraummangel, Migration, das Recht aufSchwangerschaftsabbrĂŒche, der Krieg in der Ukraine sowie Polens Rolle in der EU.

"Trotz ideologischer GegensĂ€tze gibt es auch inhaltliche Überschneidungen beibeiden Kandidaten. Trzaskowski und Nawrocki unterstĂŒtzen Großprojekte wie dengeplanten Zentralflughafen CPK und das Atomkraftwerk bei Gdansk. EuropĂ€ischeVorhaben wie das Freihandelsabkommen Mercosur oder Teile der EU-Klimapolitikstoßen bei beiden auf Ablehnung - wobei Nawrocki in vielen Fragen deutlichkompromissloser auftritt", erklĂ€rt Christopher Fuß von Germany Trade & Invest inWarschau. Und weiter: "Ein klarer Unterschied zeigt sich in der Haltung zurUkraine. Nawrocki (PiS) lehnt einen Beitritt des Landes zur NATO ab, Trzaskowski(PO) hingegen hĂ€lt mittelfristig eine Aufnahme in das VerteidigungsbĂŒndnis fĂŒrmöglich. Auch eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine sieht Nawrocki sehr kritisch".

Ein PrĂ€sident aus den Reihen der PiS könnte die HandlungsfĂ€higkeit derPO-gefĂŒhrten Regierung unter Premierminister Donald Tusk weiterhin erheblicheinschrĂ€nken - Ă€hnlich wie es derzeit Amtsinhaber Andrzej Duda macht, der ausden Reihen der PiS stammt. Das könnte Themen wie die zukĂŒnftige europĂ€ischeIndustriepolitik oder eine gemeinsame europĂ€ische Haltung gegenĂŒber den USAbetreffen.

"Einige Vorhaben der PO-Regierung, etwa die Reform des Justizwesens oder dieLockerung von Abstandsregeln fĂŒr Windkraftanlagen, wurden bewusst auf die Zeitnach der Wahl verschoben", so Christopher Fuß. Premierminister Tusk hoffe aufeinen Sieg der BĂŒrgerplattform: "Der PrĂ€sident Polens kann fast jedesGesetzesvorhaben mit einem Veto blockieren. Eine Überstimmung erfordert eineDreifĂŒnftelmehrheit im Parlament, die derzeit nicht erreichbar ist."

Die Wahl am Sonntag gilt als offen. Umfragen sehen beide Kandidaten nahezugleichauf. Entscheidend wird die Mobilisierung der WĂ€hlerinnen und WĂ€hler sein.Bereits im ersten Wahlgang lag die Beteiligung mit rund 67 Prozent aufhistorischem Rekordniveau.

"Selbst wenn die politischen Auseinandersetzungen nach der Wahl zunehmensollten, bleibt Polen voraussichtlich ein verlĂ€sslicher Wirtschaftspartner. Diebilateralen Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland haben sich in den vergangenenJahren weitgehend unabhĂ€ngig von politischen Spannungen entwickelt. Zwischen2015 und 2023 - wĂ€hrend der deutschlandkritischen PiS-Regierung - hat sich dasHandelsvolumen mit Deutschland fast verdoppelt. In der Rangfolge der deutschenExportmĂ€rkte liegt Polen mittlerweile vor China auf Platz 4. DarĂŒber hinaus istDeutschland der mit Abstand wichtigste Handelspartner Polens", erlĂ€utert derPolen-Experte Fuß.

Gleichzeitig suche Polen zunehmend neue Partner - sowohl innerhalb als auchaußerhalb der EU. UnabhĂ€ngig vom Ausgang der PrĂ€sidentschaftswahl werde das Landseine wirtschaftliche Diversifizierungsstrategie fortsetzen.

Germany Trade & Invest (GTAI) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft derBundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft informiert deutsche UnternehmenĂŒber AuslandsmĂ€rkte, wirbt fĂŒr den Wirtschaftsstandort Deutschland und begleitetauslĂ€ndische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.

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Andreas BilfingerT +49 30 200 099 173M +49 151 1715 0012mailto:andreas.bilfinger@gtai.de

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