SBTi, Klimastandards

SBTi verschärft Klimastandards für Landwirtschaft und Forstwirtschaft

22.03.2026 - 07:09:46 | boerse-global.de

Die Science Based Targets Initiative aktualisiert ihre Vorgaben für emissionsintensive Sektoren, um Greenwashing zu verhindern und die Glaubwürdigkeit von Unternehmenszielen zu stärken.

SBTi verschärft Klimastandards für Landwirtschaft und Forstwirtschaft - Foto: über boerse-global.de
SBTi verschärft Klimastandards für Landwirtschaft und Forstwirtschaft - Foto: über boerse-global.de

Die globale Initiative für wissenschaftsbasierte Klimaziele (SBTi) setzt neue, präzisere Regeln für emissionsintensive Schlüsselsektoren. Das soll Greenwashing verhindern und die Glaubwürdigkeit von Unternehmenszielen stärken.

Die Science Based Targets Initiative (SBTi) hat ihre Richtlinien für die Sektoren Forstwirtschaft, Landnutzung und Landwirtschaft (FLAG) aktualisiert. Die am 19. März veröffentlichte Überarbeitung soll mehr Klarheit und Einheitlichkeit schaffen. Unternehmen mit wesentlichen Emissionen aus diesen Bereichen müssen nun separate FLAG-Ziele setzen. Das ist entscheidend, denn rund ein Viertel der globalen Treibhausgase stammt aus diesem Sektor.

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Warum präzisere Regeln nötig sind

Die neuen Vorgaben reagieren auf eine wachsende Erkenntnis: Bisherige Klimaziele von Unternehmen waren oft zu vage. Besonders in komplexen Wertschöpfungsketten wie der Landwirtschaft fehlte es an vergleichbaren Standards. Die aktualisierten FLAG-Leitlinien adressieren nun spezifisch die Herausforderungen dieser Branchen. Dazu gehören die Reduzierung von Entwaldung und die Verbesserung landwirtschaftlicher Praktiken. Für deutsche Konzerne aus der Lebensmittel- oder Holzindustrie bedeutet das: Ihre Klimastrategie muss noch detaillierter werden.

Über 10.000 Unternehmen setzen auf validierte Ziele

Die Verschärfung der Regeln fällt in eine Phase enormen Wachstums der Initiative. Erst im Januar 2026 gab die SBTi bekannt, weltweit über 10.000 Unternehmen mit validierten Klimazielen zu haben. Diese Firmen repräsentieren mehr als 40 Prozent der globalen Marktkapitalisierung. Die Dynamik ist bemerkenswert: Während die erste Validierung 2015 stattfand, wurde die Marke von 1.000 Unternehmen erst 2021 geknackt. Allein 2025 kamen über 2.800 neue Firmen hinzu.

Das zeigt: Robusten Klimastrategien wird in Vorstandsetagen immer mehr Priorität eingeräumt. Sie gelten nicht mehr nur als ökologische Pflicht, sondern auch als wirtschaftlicher Vorteil für Investorenvertrauen und Reputation.

Asien überholt Europa beim Engagement

Interessant ist die geografische Verschiebung. Zwar stellen europäische Unternehmen noch einen großen Anteil, doch das stärkste Wachstum verzeichnet aktuell Asien. Japan führt die globale Rangliste mit über 2.000 validierten Unternehmen an. Es folgen das Vereinigte Königreich, die USA und China.

Was treibt diesen Trend? Es ist der zunehmende Druck von internationalen Investoren und großen Abnehmern. Multinationale Konzerne fordern von ihren Zulieferern zunehmend nachweisbare Emissionsdaten. Für deutsche Mittelständler, die in globale Lieferketten eingebunden sind, wird eine SBTi-Validierung damit zum potenziellen Wettbewerbsvorteil.

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Nächster Schritt: Der überarbeitete Net-Zero-Standard

Die Branche blickt bereits auf die nächste große Überarbeitung. Für 2026 wird die finale Version 2.0 des zentralen „Corporate Net-Zero Standard“ erwartet. Ein Fokus liegt auf der Präzisierung der Regeln für indirekte Emissionen in der Lieferkette (Scope 3). Diese machen bei vielen Unternehmen den Großteil des CO2-Fußabdrucks aus.

Ein besonders kontrovers diskutierter Punkt ist die Rolle von CO2-Zertifikaten. Der aktuelle Standard schränkt deren Nutzung stark ein. Es wird erwartet, dass die neue Version klarere Leitplanken für Klimaschutzmaßnahmen außerhalb der eigenen Wortschöpfungskette setzt. Diese „Beyond Value Chain Mitigation“ (BVCM) könnte für Unternehmen, die nicht alle Emissionen direkt vermeiden können, an Bedeutung gewinnen.

Die Botschaft der SBTi ist klar: Die Messlatte für unternehmerischen Klimaschutz wird kontinuierlich höher gelegt. Für Unternehmen bedeutet das mehr Aufwand, aber auch mehr Glaubwürdigkeit im Kampf gegen den Klimawandel.

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