Cybersicherheit, Pflicht

Cybersicherheit: 11.500 Unternehmen haben Pflicht erfĂŒllt

07.03.2026 - 14:42:07 | dpa.de

SchĂ€tzungsweise mehrere Tausend fĂŒr das Gemeinwesen wichtige Unternehmen und Institutionen in Deutschland haben sich nicht innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Zeitrahmens beim Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registriert.

Bis zum Ablauf der Registrierungsfrist am Freitag sind nach Angaben einer Sprecherin der Behörde rund 11.500 Unternehmen und Institutionen der Verpflichtung nachgekommen, sich gemĂ€ĂŸ der NIS-2-Richtlinie ĂŒber das BSI-Portal zu registrieren.

FĂŒr mehr WiderstandsfĂ€higkeit

Die neuen Vorgaben dĂŒrften nach SchĂ€tzung der Bundesregierung fast 30.000 Firmen in Deutschland betreffen. Die Registrierungspflicht ist Teil der NIS-2-Richtlinie der EuropĂ€ischen Union fĂŒr Cybersicherheit der kritischen Infrastruktur. Dabei geht es darum, dass fĂŒr die Versorgung der Bevölkerung wichtige Unternehmen und Bundesbehörden mehr machen mĂŒssen, um sich vor IT-AusfĂ€llen und Cyberangriffen zu schĂŒtzen.

Dazu gehören unter anderem Schulungen von Mitarbeitern, aber auch die Registrierung beim BSI. Außerdem mĂŒssen der Cybersecurity-Behörde in Bonn erfolgreiche Hackerangriffe und andere VorfĂ€lle gemeldet werden, die die Cybersicherheit betreffen. Davor schrecken Unternehmen manchmal zurĂŒck, weil sie einen Reputationsschaden befĂŒrchten.

Welche Auswirkungen IT-SicherheitsvorfĂ€lle fĂŒr die Bevölkerung haben können, hat sich etwa gezeigt, als im vergangenen Herbst ein Flughafen-Dienstleister Opfer eines Cyberangriffs wurde. Betroffen waren mehrere FlughĂ€fen in Europa. Der Hackerangriff legte am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) elektronische Systeme lahm, die fĂŒr die Passagier- und GepĂ€ckabfertigung genutzt werden.

Zahlreiche Registrierungen vergangene Woche

Allein in der letzten Woche vor Ablauf der Frist seien mehr als 4.000 Registrierungen neu hinzugekommen, teilte die BSI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Bei der Bonner Behörde ist man daher noch optimistisch, was die generelle Bereitschaft zur ErfĂŒllung der neuen Regelungen angeht. "Die signifikante Steigerung der Registrierungen in den letzten Tagen lĂ€sst darauf schließen, dass kurzfristig viele weitere Registrierungen erfolgen werden", sagte die Sprecherin.

Daten zu einzelnen Sektoren - zur kritischen Infrastruktur zĂ€hlen etwa große Energieversorger, Banken und IT-Dienstleister - wird das BSI zu einem spĂ€teren Zeitpunkt veröffentlichen.

Frist von drei Monaten

Das deutsche Gesetz zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie war am 6. Dezember in Kraft getreten. Es sieht unter anderem vor, dass Unternehmen erhebliche SicherheitsvorfĂ€lle innerhalb von 24 Stunden melden, innerhalb von 72 Stunden aktualisierte Informationen bereitstellen und nach einem Monat eine Abschlussmeldung einreichen mĂŒssen. Bei schwerwiegenden VerstĂ¶ĂŸen drohen Bußgelder.

Ob die Vorgaben der Richtlinie fĂŒr das eigene Unternehmen gelten, hĂ€ngt unter anderem vom GeschĂ€ftsfeld, der GrĂ¶ĂŸe beziehungsweise dem Umsatz ab. Laut SchĂ€tzungen der Bundesregierung dĂŒrften rund 29.850 Unternehmen in Deutschland betroffen sein. Das BSI bietet online eine BetroffenheitsprĂŒfung an.

BSI bietet Betroffenen UnterstĂŒtzung an

"Dem BSI ist bewusst, dass die PrĂŒfung der Betroffenheit und die zweistufige Registrierung im Einzelfall aufwendig sein kann", heißt es aus dem Bundesamt. FĂŒr Konzernregistrierungen und fĂŒr die Registrierung kritischer Komponenten werde man daher in KĂŒrze weitere Hilfestellungen veröffentlichen.

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