Siemens Energy auf Kurs zum ersten Jahresgewinn
07.08.2024 - 07:35:30Zwar meldete das Unternehmen fĂŒr das abgelaufene dritte GeschĂ€ftsquartal einen Verlust von 102 Millionen Euro, gleichzeitig bekrĂ€ftigte es aber die Prognose, am Jahresende einen Gewinn von bis zu einer Milliarde Euro auszuweisen. Nach den ersten neun Monaten ist der zuletzt krisengeschĂŒttelte Energietechnikkonzern auf bestem Weg, zum ersten Mal als eigenstĂ€ndiges Unternehmen ein GeschĂ€ftsjahr in den schwarzen Zahlen zu beenden.
Es ist nach wie vor das WindkraftgeschĂ€ft Gamesa, das Energy belastet. Dort leidet der Konzern unter Fehlern in der Vergangenheit: Einerseits muss er VertrĂ€ge abarbeiten, mit denen angesichts gestiegener Kosten kein Gewinn mehr zu machen ist. Andererseits kosten QualitĂ€tsprobleme bei zwei Onshore-Windturbinentypen Geld und NeugeschĂ€ft. Dazu kommen Hochlaufkosten beim GeschĂ€ft mit WindrĂ€dern im Meer. Immerhin, diese Belastungen sind keine Ăberraschung - anders als in den vergangenen Jahren, als regelmĂ€Ăig schlechte Nachrichten der damals noch nicht eingegliederten spanischen Tochter Siemens Gamesa den Mutterkonzern zu Gewinnwarnungen zwangen.
Der Rest lÀuft solide
Und wĂ€hrend Gamesa seine Altlasten abarbeitet, lĂ€uft der Rest des Konzerns solide. Zwar fuhr Gamesa ein Ergebnis von minus 463 Millionen Euro ein, doch das ist nicht einmal ein FĂŒnftel des Werts aus dem Vorjahreszeitraum. Zudem sackte der Auftragseingang um 91 Prozent ab. Doch die anderen Segmente können viel davon ausgleichen. Insbesondere die Netztechnik glĂ€nzte mit krĂ€ftigen ZuwĂ€chsen bei Umsatz und Ergebnis und Gas Services konnte seinen Auftragseingang mehr als verdoppeln - vor allem aufgrund groĂer ServiceauftrĂ€ge im Nahen und Mittleren Osten. So wuchs der Konzernumsatz deutlich auf 8,8 Milliarden, der Auftragsbestand auf 120 Milliarden Euro.
"Der schnell wachsende Strommarkt braucht eine groĂe Bandbreite unserer Produkte", betonte Energy-Chef Christian Bruch. "Besonders profitieren davon unsere GeschĂ€fte mit der Netztechnik und den Gasturbinen. Wichtig ist, dass wir mit dem steigenden Auftragsbestand auch die MargenqualitĂ€t verbessern konnten. Wir schauen daher trotz aller Herausforderungen optimistisch in die Zukunft und sind nach den ersten neun Monaten auf einem guten Weg, unsere Jahresprognose zu erfĂŒllen."
Mit Gewinnpolster ins Schlussquartal
Dass diese unter anderem bei bis zu einer Milliarde Euro Gewinn liegt, verdankt Energy vor allem einem im ersten GeschÀftsquartal angefallenen Gewinn aus der Verkauf von Anteilen seines IndiengeschÀfts. Im typischerweise schwÀcheren vierten Quartal kann sich Energy nun sogar einen deutlichen Verlust leisten: Nach neun Monaten liegt der Gewinn nÀmlich bei fast 1,6 Milliarden Euro.

