Silberpreis, Edelmetalle

Silberpreis korrigiert nach Trump-Rede: Rückgang auf 72 US-Dollar bei anhaltendem Abwärtstrend

03.04.2026 - 04:39:29 | ad-hoc-news.de

Der Silberpreis ist am 2. April 2026 nach einer optimistischen Rede von Donald Trump um knapp sechs Prozent auf 70,60 US-Dollar pro Feinunze eingebrochen und notiert nun bei etwa 72 US-Dollar. Geopolitische Entspannungshoffnungen und ein starker US-Dollar bremsen die Rally, während industrielle Nachfrage Stütze bietet.

Silberpreis, Edelmetalle, Rohstoffmarkt - Foto: THN

Der **Silberpreis** hat am 2. April 2026 einen deutlichen Rückgang hingelegt. Nach einer Rede von Donald Trump, die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten schürte, sackte der Spot-Silberpreis um knapp sechs Prozent auf 70,60 US-Dollar pro Feinunze ab. Dies beendete abrupt eine kurzfristige Rally der vergangenen vier Handelstage.

Stand: Freitag, 3. April 2026, 04:39 Uhr MESZ (Europe/Berlin)

Trump-Rede als Auslöser für den Einbruch

Die Feinunze Silber notierte am Donnerstagnachmittag zeitweise sogar unter 70 US-Dollar, wie Daten von TradingView zeigen. Der Absturz folgte auf optimistische Signale aus Washington, die geopolitische Risiken im Nahen Osten mindern könnten. Solche Entspannungsszenarien wirken sich direkt negativ auf **Silber** als Krisenasset aus, da Anleger risikoreichere Anlagen bevorzugen. Der Spotpreis schloss den Tag bei etwa 72 US-Dollar, ein Rückgang um 1,93 US-Dollar gegenüber dem Vortag.

Im Kontrast zu früheren Wochen, als der Iran-Krieg seit Ende Februar den Preis über 120 US-Dollar trieb, signalisiert dieser Move eine Abkehr von risikoscheuen Positionen. Der COMEX-Silber-Future, der oft den Spotmarkt führt, spiegelte diesen Druck wider und testete Unterstützungsniveaus um 71 US-Dollar.

Unterschiede zwischen Spot, Futures und Benchmark

Es ist entscheidend, **Spot-Silber** vom LBMA-Benchmark und COMEX/CME-Futures zu unterscheiden. Der Spotpreis, der physische Transaktionen widerspiegelt, fiel auf 72,06 US-Dollar pro Unze. Futures-Kontrakte am COMEX notierten ähnlich, mit einem Tagestief bei 69,58 US-Dollar und einem Hoch von 75,87 US-Dollar. Der LBMA-Silberpreis, als Fixierung für physische Lieferungen relevant, blieb eng mit dem Spot korreliert, ohne nennenswerte Divergenz. In Euro umgerechnet lag der Preis bei etwa 8,65 bis 8,68 Euro pro Unze, abhängig vom Devisenkurs.

Diese Unterscheidung ist für europäische Investoren relevant, da DACH-Unternehmen wie Solarhersteller empfindlich auf Euro-preisbewertete Futures reagieren. Der breitere **Silbermarkt** zeigt trotz des Einbruchs anhaltende Defizite in der physischen Versorgung.

Einfluss von US-Dollar und Zinsen

Ein stärkerer US-Dollar belastet den **Silberpreis** direkt, da das Metall in Dollar gehandelt wird. Nach Fed-Signalen für nur eine Zinssenkung 2026 statt zwei stieg der Dollar-Index, was Silber kaufteuer macht. Historisch korreliert Silber negativ mit dem DXY-Index: Ein Anstieg um 2 Prozent drückt den Preis um bis zu 5 Prozent.

Zusätzlich fehlt es an Inflationsimpulsen. US-Daten zeigten abnehmende Druckpunkte, was Zinserwartungen dämpft. Für DACH-Investoren bedeutet dies: Ein stabiler Euro mildert Verluste, doch exportabhängige Industrien spüren höhere Inputkosten.

Geopolitische Risiken im Nahen Osten

Der Iran-Konflikt, der Ende Januar den Preis auf 121,64 US-Dollar katapultierte, verliert an Relevanz. Trumps Rede vom 2. April suggerierte Deeskalation, was Verkaufsdruck auslöste. Seit dem Höchststand verlor Silber über 40 Prozent, mit Tiefs um 61 US-Dollar Mitte März. Dennoch: Bleibende Unsicherheiten könnten einen Rebound über 78 US-Dollar ermöglichen.

Experten wie Christopher Lewis sehen bei schwächerem Dollar Potenzial bis 80 US-Dollar. Der aktuelle Abwärtstrend testet den 200-Tage-Durchschnitt bei 62,81 US-Dollar.

Industrielle Nachfrage als Stütze

Trotz Finanzmarktdruck wächst die industrielle Nachfrage. **Silber** ist essenziell für Solarpaneele, Elektronik und Medizin. Der Silver Institute meldet ein Defizit von 184 Millionen Unzen 2025, getrieben von Photovoltaik-Boom. In Europa, besonders Deutschland, steigen Investitionen in Erneuerbare: 2026 prognostiziert man 20 Prozent mehr Silberverbrauch in PV-Anwendungen.

Dieser fundamentale Trend dämpft Abwärtsrisiken. Physische Käufe aus Asien, inklusive Vietnam mit Preisen um 2,3 Millionen VND/Unze, signalisieren stabile Nachfrage.

Ausblick und technische Signale

Technisch attackiert Silber den Abwärtstrendkanal. Ein Bruch über 75 US-Dollar könnte 96 US-Dollar freisetzen, langfristig sogar 140 US-Dollar. Unterstützung liegt bei 62 US-Dollar; ein Bruch dort zielt auf 54 US-Dollar. ETF-Flüsse bleiben neutral, mit moderaten Abflüssen.

Für DACH-Investoren: Silber-ETCs in Euro bieten Absicherung. Makro-Risiken wie ECB-Politik oder Lieferketten könnten den Preis beeinflussen.

Risiken und Chancen für Investoren

Risiken umfassen anhaltende Dollar-Stärke und geopolitische Entspannung. Chancen liegen in Supply-Defiziten und Green-Tech-Boom. Positionierung: Käufer warten auf Bestätigung über 75 US-Dollar.

In den letzten 72 Stunden (normalisiert auf MESZ) dominierte der Trump-Effekt, mit Preisschwankungen von 69 bis 76 US-Dollar. Frühere Hochs wie 121 US-Dollar Ende Januar wirken fern.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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