Silberpreis, abc-Korrektur

Silberpreis setzt neues Jahrestief bei 60,95 USD – abc-Korrektur und Hammer-Muster deuten auf Erholung hin

24.03.2026 - 16:18:10 | ad-hoc-news.de

Der Silberpreis hat gestern ein neues Jahrestief bei 60,95 US-Dollar pro Unze erreicht und ein klassisches Hammer-Kerzenmuster gebildet. Analysten sehen darin das Ende einer abc-Korrektur mit Potenzial für einen Erholungsimpuls Richtung 77-86 USD, während chinesische Rekordimporte den Markt spannen.

Silberpreis,  abc-Korrektur,  Hammer-Muster - Foto: THN
Silberpreis, abc-Korrektur, Hammer-Muster - Foto: THN

Der Silberpreis hat am Montag, den 23. März 2026, ein neues Jahrestief bei 60,95 US-Dollar pro Feinunze markiert und damit die 200-Tage-Linie bei 57,46 USD fast berührt. Dieses Tief, kombiniert mit einem klassischen 'Hammer'-Kerzenmuster, signalisiert nach Ansicht von Chartanalysten das vorläufige Ende einer abc-Korrekturphase. Eine Rückeroberung der Zone bei 70/71 USD könnte den Aufwärtstrend bestätigen und den Spot-Silberpreis zunächst Richtung 77,89 USD – dem Tief von Anfang März – und perspektivisch bis zur 50-Tage-Linie bei 86,19 USD treiben.

Stand: Dienstag, 24. März 2026, 17:16 Uhr (Europe/Berlin)

Technische Analyse: Vom Bruch der Bastion zum Hammer-Muster

Die jüngste Korrekturphase des Silberpreises wurde durch den Bruch der wichtigen Unterstützungszone bei 70/71 USD ausgelöst, was einen starken Abverkauf nach sich zog. Das gestrige Tief bei 60,95 USD stellte nicht nur ein neues Jahrestief dar, sondern testete nahezu die langfristige 200-Tage-Gleitende im Spot-Silbermarkt. Auf dieser Basis bildete sich ein klassisches Hammer-Muster, ein bullisches Umkehnsignal in der Charttechnik, das auf einen möglichen Bodentest hindeutet.

Analysten betonen, dass eine nachhaltige Rückeroberung der 70/71-USD-Zone das Muster endgültig bestätigen würde. Dies würde den 'Befreiungsschlag' einleiten, der als Signalgeber für einen Erholungsimpuls gilt. Zunächst zielt der Spot-Silberpreis auf das Märztief bei 77,89 USD ab, mit Potenzial bis zur 50-Tage-Linie bei 86,19 USD. Solche technischen Muster sind im COMEX/CME-Silberfutures-Kontext besonders relevant, da sie oft den breiteren Silbermarkt beeinflussen.

Aktuelle Preisentwicklung im Spot- und Futures-Markt

Am 23. März 2026 notierte der Silberpreis um 17:29 Uhr bei etwa 68,22 USD pro Unze mit einem Plus von 0,69 %, nach einem volatilen Tag, der das Tief bei 60,95 USD sah. Heutiger Stand am Vormittag liegt bei rund 69,88 USD, was eine leichte Erholung andeutet. Im Vergleich: Der LBMA-Silber-Fixing vom 23. März schloss bei 67,23 USD pro Unze, ein Minus von 7,10 %. Diese Divergenz zwischen Spot-Silber, LBMA-Benchmark und COMEX-Futures unterstreicht die Marktschwäche, die durch technische Faktoren verstärkt wurde.

Über die Woche gesehen hat der Silberpreis Verluste von bis zu 16,40 % hinnehmen müssen, was auf breitere Korrekturdrucke im Rohstoffsektor hinweist. Dennoch bleibt der langfristige Trend bullisch, mit Zuwächsen von über 100 % seit Jahresbeginn 2025. Für europäische Investoren relevant: Der Silberpreis in Euro notiert derzeit bei etwa 65-67 EUR pro Unze, abhängig vom Wechselkurs, und spiegelt die USD-Stärke wider.

Chinas Rekordimporte: Physische Nachfrage spannt den Markt

Mitten in der Korrektur verschärfen chinesische Rekordimporte von über 790 Tonnen Silber in den ersten zwei Monaten 2026 die Spannungen am Markt. Sinkende Lagerbestände in Kombination mit hoher physischer Abnahme aus dem industriellen Megamarkt China deuten auf einen drohenden Lieferengpass hin. Dies wirkt sich direkt auf den breiteren Silbermarkt aus, wo industrielle Nachfrage – vor allem aus Solar- und Elektroniksektoren – über 50 % des Gesamtverbrauchs ausmacht.

China als größter Silberverbraucher zieht das Edelmetall an sich, was trotz kurzfristiger Preisdrucke langfristig stützend wirkt. Die Rekordimporte signalisieren anhaltende Stärke in der physischen Nachfrage, die Futures-Preise und Spot-Silber langfristig nach oben treiben könnte. Für DACH-Investoren bedeutet dies: Während spekulative Korrekturen drücken, baut sich struktureller Support auf.

Makro-Trigger: Zinsen, Inflation und Energiepreisschock

Der Abstieg des Silberpreises wird durch Inflationssorgen, steigende Energiekosten und Aussichten auf anhaltend hohe Zinsen verstärkt. Am Wochenstart notierte Spot-Silber bei 66 USD mit Nervosität, da Anleger von Krisenreflexen abrücken. Der direkte Mechanismus: Höhere US-Zinsen stärken den Dollar und drücken Rohstoffe wie Silber, das als Industrie- und Wertmetall doppelt belastet ist.

Zusätzlich eskaliert der Energiepreisschock durch Konflikte im Iran und Blockaden in der Straße von Hormuz, was Ölpreise auf über 100 USD treibt und Inflationsdruck erhöht. Dies hemmt Zinssenkungen der Fed und belastet risikoreiche Assets wie Silberfutures. Gleichzeitig profitieren jedoch erneuerbare Energien, wo Silber durch Photovoltaik-Nachfrage gefragt ist – ein klassischer Trade-off im Silbermarkt.

Ausblick und Risiken fĂĽr Investoren

Technisch spricht vieles für ein lokales Tief, gestützt durch das Hammer-Muster und physische Nachfrage. Risiken bleiben: Eine erneute USD-Stärke oder enttäuschende US-Daten könnten die 200-Tage-Linie bei 57 USD testen. Für europäische Anleger bietet der Silber-ETP-Markt (z.B. ISINs wie DE000A0N62V5) Zugang ohne physische Lagerung, mit Fokus auf Euro-hedged Produkte angesichts der Währungsbelastung.

Langfristig deuten Lieferdefizite und Solar-Boom auf Preise über 100 USD hin, doch kurzfristig dominiert die Korrektur. Positionierung in COMEX-Futures zeigt Netto-Long-Positionen, die bei weiteren Rücksetzern liquidiert werden könnten.

WeiterfĂĽhrende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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