SoftBank Aktie: Warnschuss der Analysten
25.03.2026 - 09:29:25 | boerse-global.deDer japanische Technologieinvestor SoftBank treibt seinen KI-Ausbau auf allen Ebenen voran, von neuen Chip-Startups bis hin zu groĂ angelegten Rechenzentren. WĂ€hrend der erfolgreiche Börsengang der Tochter PayPay frisches Kapital in die Kassen spĂŒlt, wĂ€chst an der Wall Street die Skepsis. Analysten warnen zunehmend vor den weitreichenden finanziellen Verflechtungen mit OpenAI und strafen das Papier ab.
Expansion und frisches Kapital
Auf operativer Ebene baut der Konzern seine Infrastruktur krĂ€ftig aus. Am Montag beteiligte sich SoftBank an einer 225-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde fĂŒr das KI-Chip-Startup Kandou AI, das nun mit 400 Millionen Dollar bewertet wird. Parallel dazu plant die Tochter SB Energy in Ohio ein Energie- und Rechenzentrumsprojekt mit einer KapazitĂ€t von 10 Gigawatt. DafĂŒr flieĂen 4,2 Milliarden Dollar in den Ausbau der lokalen Stromnetze.
Finanzielle Erleichterung bringt derweil der jĂŒngste US-Börsengang des Bezahldienstleisters PayPay. Die Emission spĂŒlte knapp 880 Millionen Dollar ein. FĂŒr SoftBank ist dies das erste US-Listing einer Mehrheitsbeteiligung seit dem Arm-Börsengang 2023 und liefert dem Konzern dringend benötigte LiquiditĂ€t.
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Analysten sehen Klumpenrisiko bei OpenAI
Genau diese finanzielle FlexibilitÀt steht im Zentrum der aktuellen Kritik. Die Investmentbank Jefferies stufte die SoftBank-Papiere auf "Underperform" ab und senkte das Kursziel deutlich von 5.118 auf 3.140 Yen. Das entspricht einem AbwÀrtspotenzial von rund 19 Prozent vom aktuellen Niveau.
Als Grund nannten die Experten die aggressiven Investitionen in OpenAI. SoftBank stellte bei den jĂŒngsten Finanzierungsrunden etwa 85 Prozent des Kapitals. Diese ZuflĂŒsse trieben die Bewertung des ChatGPT-Entwicklers auf bis zu 840 Milliarden Dollar und blĂ€hten gleichzeitig den ausgewiesenen Nettoinventarwert von SoftBank auf. Auch die Ratingagentur S&P Global reagierte im MĂ€rz 2026 und senkte den Ausblick fĂŒr den Konzern auf "negativ". Auslöser war eine weitere Finanzierungszusage an OpenAI in Höhe von 30 Milliarden Dollar.
Interne GeldflĂŒsse sorgen fĂŒr Unruhe
ZusĂ€tzlich rĂŒcken die internen Zahlungsströme zwischen SoftBank und seinen Beteiligungen in den Fokus. Der Investor zahlt jĂ€hrlich etwa drei Milliarden Dollar an OpenAI fĂŒr Japan-Lizenzen, was rund 15 Prozent der im Dezember gemeldeten OpenAI-UmsĂ€tze ausmacht. Ein Ă€hnliches Muster zeigt sich beim Chipdesigner Arm, der quartalsweise 200 Millionen Dollar von SoftBank erhĂ€lt â gut 16 Prozent der dortigen Erlöse.
Eine Neubewertung durch die Analysten hĂ€ngt nun an klaren Bedingungen. Jefferies signalisierte eine mögliche Kehrtwende erst, falls OpenAI einen Börsengang zu einer noch höheren Bewertung als in den privaten Runden vollzieht oder signifikantes Kapital von externen Investoren einsammelt. Bis dahin bleibt das Spannungsfeld zwischen den weitreichenden KI-Ambitionen und der wachsenden Schuldenlast der bestimmende Faktor fĂŒr die Aktie.
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