AKTIE IM FOKUS: Steigflug von Air France-KLM kommt auch bei Lufthansa-Aktie an
19.02.2026 - 11:06:14 | dpa.deDie Titel des französisch-niederlÀndischen Konzerns schnellten um fast 13 Prozent auf den höchsten Stand seit Mitte September nach oben und zogen die Papiere der deutschen Konkurrentin mit einem Anstieg um zuletzt zwei Prozent mit nach oben.
Der Lufthansa-Kurs nĂ€herte sich mit bis zu 9,48 Euro dem jĂŒngst erreichen höchsten Stand seit 2023. Ăber 9,59 Euro wĂ€re es ein neues Hoch seit 2023. Durch den zuletzt guten Lauf steht die Lufthansa womöglich vor einer RĂŒckkehr in den deutschen Leitindex Dax. Seinen Platz rĂ€umen mĂŒsste dann voraussichtlich das Papier des ModehĂ€ndlers Zalando DE000ZAL1111, wie Analystin Carolin Raab von der Deutschen Bank und Experte Pankaj Gupta von JPMorgan erst jĂŒngst geschrieben hatten.
Anleger setzen in der Branchenrally in der Tendenz auf die groĂen Netzwerk-Fluggesellschaften. So stehen etwa die Aktien von IAG ES0177542018 schon lĂ€nger sehr gut da; sie fielen nun nach freundlichem Start in London um ein Prozent. Die Titel der British-Airways- und Iberia-Mutter bewegen sich allerdings - auch wegen des starken Transatlantik-GeschĂ€fts des Konzerns - weiterhin auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2020, also kurz vor Beginn der Corona-Pandemie.
Die Papiere von Billigfliegern konnten der Rally am Donnerstag in der Breite nicht folgen, war doch bei Air France-KLM auch die stÀrkere Fokussierung auf teurere Buchungsklassen ein Treiber. Ryanair IE00BYTBXV33 fielen in Dublin um 0,4 Prozent. Die Papiere von Easyjet GB00B7KR2P84 verloren in London 3,2 Prozent, die von Wizz Air JE00BN574F90 2,6 Prozent.
Höhere Ticketpreise und gesunkene Treibstoffkosten hatten Air France-KLM FR001400J770 im vergangenen Jahr einen ĂŒberraschend starken Gewinnanstieg beschert. Die Fluggesellschaft ĂŒbertraf sowohl gewinn- als auch umsatzseitig die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Dies sah auch Bernstein-Research-Experte Alex Irving so. Aus seiner Sicht bewegt sich das GeschĂ€ft auch 2026 in die richtige Richtung.
2026 sei ein bedeutendes und wichtiges Jahr fĂŒr Air France-KLM, schrieb Analyst Stephen Furlong von Davy Research. Denn der Konzern habe die Chance, mit einer angestrebten Mehrheitsbeteiligung an den skandinavischen SAS SE0003366871 und einer Offerte fĂŒr die portugiesische TAP zu einem paneuropĂ€ischen MarktfĂŒhrer zu werden. Eine stĂ€rkere Bilanz werde bei der Umsetzung der strategischen Ziele hilfreich sein. Die Premium-Strategie und die Flottenerneuerung werden seiner EinschĂ€tzung nach weiter vorangetrieben.
Manch ein Analyst hatte zuletzt schon auf höherpreisige Ticket-Strategien gesetzt und gestandenen Netzwerk-Airlines den Vorzug vor Billigfliegern gegeben. Yan Derocles von Oddo BHF hatte erst Anfang Februar mit Blick auf den möglichen Umsatz pro angebotenem Sitzplatzkilometer geschrieben, 2026 werde in Europa eher das Jahr der klassischen Fluggesellschaften. Er hatte dabei explizit Air France-KLM und Lufthansa hochgestuft.
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