Textilfabrik, Mönchengladbach

Textilfabrik 7.0: Mönchengladbach startet Reallabor für grüne Textilien

21.03.2026 - 00:13:40 | boerse-global.de

In Mönchengladbach startet ein Reallabor für CO2-neutrale Textilfertigung. Das Projekt soll als Blaupause für die globale Industrie dienen und wird mit öffentlichen Fördermitteln unterstützt.

Textilfabrik 7.0: Mönchengladbach startet Reallabor für grüne Textilien - Foto: über boerse-global.de
Textilfabrik 7.0: Mönchengladbach startet Reallabor für grüne Textilien - Foto: über boerse-global.de

Die deutsche Industrie geht in die Offensive gegen den Klima-Fußabdruck der globalen Textilbranche. In Mönchengladbach startete diese Woche mit Textilfabrik 7.0 ein wegweisendes Reallabor für CO2-neutrale und kreislauforientierte Produktion. Das Projekt soll die gesamte Wertschöpfungskette revolutionieren.

Vom Kohle- zum Modellrevier

Der offizielle Startschuss fiel am 19. März im historischen Monforts-Quartier. Das Projekt ist ein zentraler Baustein im Strukturwandel des Rheinischen Reviers. Die Region, einst vom Bergbau geprägt, soll nun zum Vorreiter für nachhaltige Industrie werden. Oberbürgermeister Felix Heinrichs betonte die historische Chance: „Die Textilproduktion steckt in der DNA unserer Stadt. Dieses Projekt sichert zukunftsfähige Jobs und schafft eine neue industrielle Perspektive.“

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Staatssekretärin Silke Krebs (NRW-Wirtschaftsministerium) sieht darin ein Modell für ganz Deutschland: „Hier wird gezeigt, wie Strukturwandel konkret funktioniert. Wir bauen eine zukunftssichere Industrie auf.“

Vier Module für die Fabrik der Zukunft

Im Kern von Textilfabrik 7.0 steht die praktische Erprobung neuer Technologien. In Workshops wurden vier Schwerpunktmodule definiert:
* On-Demand Manufacturing: Bedarfsgerechte, abfallarme Fertigung.
* MicroFactory Engineering: Flexible, dezentrale Produktionseinheiten.
* Digital Textiles: Intelligente Textilien und digitale Prozessketten.
* Biosphere: Integration bio-basierter Rohstoffe und biotechnologischer Verfahren.

„Unser Ziel ist es, die Lücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung zu schließen“, erklärt Professorin Maike Rabe von der Hochschule Niederrhein, die das Projekt wissenschaftlich leitet. Künstliche Intelligenz, Robotik und kreislauforientierte Materialkonzepte sollen hier erstmals im industriellen Maßstab zusammenspielen. Unternehmen können als Pilotpartner eigene Anwendungsfälle testen.

Millionen-Förderung und regulatorischer Druck

Das ambitionierte Vorhaben wird durch ein starkes öffentlich-privates Finanzierungsmodell getragen. Fördergelder fließen aus Bundesprogrammen wie der „STARK“-Richtlinie für ehemalige Kohle-Regionen und dem NRW-Investitionsgesetz. Auch mehrere Bundesministerien sind beteiligt.

Der Handlungsdruck auf die Branche ist enorm. Die globale Textil- und Modeindustrie verursacht etwa zehn Prozent der weltweiten CO2-Emissionen – mehr als der internationale Flug- und Schiffsverkehr zusammen. Gleichzeitig zwingen EU-Regularien wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der geplante Digitale Produktpass Hersteller zu radikaler Transparenz und Dekarbonisierung.

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Blaupause für die globale Industrie?

Analysten sehen in solchen Reallaboren die einzige Chance für den industriellen Wandel. Der Sprung von einer linearen, fossilen zu einer kreislauforientierten, bio-basierten Produktion ist mit hohem Risiko verbunden. Textilfabrik 7.0 senkt diese Hürde, indem sie Infrastruktur und Wissen bündelt.

Die jetzt gestartete erste Phase ist nur der Anfang. Geplant ist ein gesamter Industriepark der Zukunft mit Produktionsstätten, Firmensitzen und Start-ups, die unter strikten Null-Emissions-Bedingungen arbeiten. Die hier gewonnenen Daten und Modelle könnten zum neuen Standard für ESG-Compliance in der Fertigung werden. Gelingt die Skalierung, hat Mönchengladbach am Ende vielleicht die Blaupause für die globale Textilindustrie der Zukunft geliefert.

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