The Trade Desk: 36,1% Minus seit Jahresstart
22.04.2026 - 09:26:46 | boerse-global.deGroße Werbeagenturen kehren The Trade Desk den Rücken — und das Unternehmen antwortet mit einem fundamentalen Umbau seines Geschäftsmodells. Kurz vor den Quartalszahlen am 13. Mai 2026 stellt sich die Frage, ob dieser Umbau schnell genug greift.
Agenturen ziehen sich zurück
Die Risse im Agentur-Ökosystem von The Trade Desk werden tiefer. Dentsu und WPP haben ihre Werbeausgaben über das hauseigene Supply-Chain-Produkt OpenPath zurückgefahren — mit Verweis auf intransparente Gebührenstrukturen. Publicis Groupe geht noch weiter: Nach einem externen Audit empfiehlt der französische Konzern The Trade Desk seinen Kunden nicht mehr aktiv. Omnicom prüft die Gebührenstruktur ebenfalls.
Das Gewicht dieser Abgänge lässt sich beziffern. Im Jahr 2025 entfielen rund 30 Prozent des gesamten Plattformumsatzes von etwa 13,4 Milliarden US-Dollar auf nur zwei Agenturholdings. Verliert The Trade Desk weitere Großkunden aus diesem Kreis, wird das in den Zahlen sichtbar.
Direktbeziehungen als Gegenmodell
CEO Jeff Green setzt auf einen anderen Weg. Statt auf Agenturen als Mittler zu warten, baut The Trade Desk direkte Beziehungen zu Werbetreibenden auf — und trennt dabei bewusst die Zuständigkeiten zwischen Marken- und Agenturteams. Sogenannte Joint Business Plans, kurz JBPs, sollen mehrjährige Innovationspartnerschaften mit Marken etablieren. Green zufolge machten diese Pläne zum Jahresende 2025 bereits deutlich mehr als die Hälfte des Geschäfts aus; die Pipeline verdoppelte sich im Jahresvergleich.
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Der Aufwand hat seinen Preis. Die Vertriebs- und Marketingkosten stiegen 2025 um 18 Prozent — getrieben durch Kampagnen, Sponsorings und ähnliche Maßnahmen.
Führungschaos als Zusatzbelastung
Inmitten des strategischen Umbaus verliert das Unternehmen wichtige Köpfe. Marketingchef Ian Colley ist weg, ebenso Kommunikationschefin Melinda Zurich und Matthew Henick, der das Ventura-TV-Betriebssystem vorantrieb. Besonders auffällig: CFO Alex Kayyal verließ das Unternehmen Anfang 2026 — nur fünf Monate nach seinem Amtsantritt. Tahnil Davis führt die Finanzabteilung seither kommissarisch.
Kurs weit unter Vorjahresniveau
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit deutlich wider. Die Aktie notiert aktuell bei 23,62 US-Dollar — rund 70 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 77,60 Dollar vom August 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 26 Prozent. Immerhin: Gegenüber dem Märztief von 18,48 Dollar hat sich der Kurs um knapp 28 Prozent erholt, und der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 21,52 Dollar inzwischen unter dem aktuellen Kurs — ein kleines technisches Zeichen der Stabilisierung.
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Für das erste Quartal 2026 peilt The Trade Desk einen Umsatz von mindestens 678 Millionen Dollar an, was einem Wachstum von rund zehn Prozent entspräche. Das bereinigte EBITDA soll bei etwa 195 Millionen Dollar liegen. Am 13. Mai nach US-Börsenschluss werden diese Zahlen veröffentlicht — und zeigen, ob der Direktmarken-Kurs die Agenturverluste tatsächlich auffangen kann.
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