WDH: Bayer erhĂ€lt EU-Zulassungsempfehlung fĂŒr Herzmedikament Acoramidis
13.12.2024 - 15:27:08(Tippfehler im letzten Absatz, 1. Satz berichtigt)
BERLIN (dpa-AFX) - Bayer DE000BAY0017 dĂŒrfte das Herzmedikament Acoramidis zeitnah in der EuropĂ€ischen Union auf den Markt bringen. Der Ausschuss fĂŒr Humanarzneimittel (CHMP) der EuropĂ€ischen Arzneimittel-Agentur (EMA) habe die Zulassung auf Basis von Phase-III-Studienergebnissen empfohlen, teilte der Pharma- und Agrarchemiekonzern am Freitag in Berlin mit. Bayer rechnet fĂŒr Anfang 2025 mit der Genehmigung durch die EuropĂ€ische Kommission.
Mit dem Medikament sollen erwachsene Patienten mit sogenannter Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) behandelt werden. Diese fortschreitende Krankheit schĂ€digt den Herzmuskel und bringt eine schlechte Prognose fĂŒr die Patienten mit sich. Die zulassungsrelevante, klinische Phase-III-Studie zu Acoramidis in dieser Indikation hatte eine klar positive Auswirkungen auf kardiovaskulĂ€re Endpunkte - Sterblichkeit und HĂ€ufigkeit von Krankenhauseinweisungen - gezeigt.
Das Mittel wurde vom US-Unternehmen BridgeBio Pharma US10806X1028 entwickelt und ist in den USA bereits zugelassen. Bayer hatte im MĂ€rz die exklusiven Vermarktungsrechte fĂŒr Europa erworben. Es ist einer von vielen kleineren Deals in der jĂŒngeren Vergangenheit der Pharmasparte. FĂŒr ganz groĂe ZukĂ€ufe fehlt dem hoch verschuldeten Konzern auch wegen der teuren US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten schlicht das Geld.
Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan hatte Mitte November das Spitzenumsatzpotenzial von Acoramidis in Europa auf 260 Millionen Euro geschĂ€tzt - fĂŒr das Jahr 2030. Zum Vergleich: 2023 war der Erlös der Bayer-Pharmasparte auf knapp 18,1 Milliarden Euro gefallen, dieses Jahr soll es aber im Bestfall wieder leicht bergauf gehen.
Das schrittweise Umsatzwachstum des Herzmedikamentes dĂŒrfte - zusammen mit anderen noch recht neuen Medikamenten wie Nubeqa oder Kerendia - helfen, weiter wegbrechende UmsĂ€tze des Kassenschlagers Xarelto abzufedern. So verliert der Blutgerinnungshemmer, der schon viele Jahre auf dem Markt ist, in immer mehr Regionen seinen Patentschutz.

