Frankfurt-News, Renditeanstieg

Börse Frankfurt-News: Renditeanstieg nach Powell-?ußerungen (Anleihen)

31.10.2025 - 15:46:51 | dpa.de

Überraschend waren das Stillhalten der EZB und die Zinssenkung der US-Notenbank nicht.

"Verschreckt" haben aber anschließende ?"ußerungen des US-Notenbankchefs.

31. Oktober 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Renditen sind diese Woche nochmals gestiegen. "Dahinter steckt wohl die Ă€ußerst gute Risikostimmung am Finanzmarkt, die sich vor allem im Höhenflug der Aktienkurse widerspiegelt", kommentiert Commerzbank-Analyst Hauke Siemßen. In einem solchen Umfeld seien Staatsanleihen weniger gefragt - insbesondere die als sicher geltenden Bundesanleihen.

Auch die ?"ußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell spielen eine Rolle. Die Fed hatte am Mittwoch dieser Woche zwar die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt, zum zweiten Mal in Folge. Ein weiterer Schritt im Dezember ist Fed-Chef Powell zufolge aber "keine ausgemachte Sache". "Die Akteure zeigten sich insgesamt nicht begeistert, sondern eher verschreckt", erklĂ€rt Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Bundrenditen nÀhern sich September-Hochs

Nach Powells ?"ußerungen gaben US-Staatsanleihen Bloomberg zufolge so stark nach wie seit fast fĂŒnf Monaten nicht mehr. Die Rendite zehnjĂ€hriger US-Treasuries stieg wieder ĂŒber die Marke von 4 Prozent. ZehnjĂ€hrige Bundesanleihen rentieren am Freitagmittag mit 2,65 Prozent nach 2,54 Prozent Anfang vergangener Woche. Damit nĂ€hern sich die Renditen wieder den Mitte September erreichten Niveaus von ĂŒber 2,70 Prozent.

Die EZB-Zinsentscheidung am gestrigen Donnerstag hat die MĂ€rkte hingegen kaum bewegt. "Die Notenbank lĂ€sst den Einlagenzins zum dritten Mal in Folge unverĂ€ndert. Volkswirte hatten dies erwartet", berichtet Tim Oechsner, der fĂŒr die Steubing AG Anleihen handelt. Auch fĂŒr das Dezember-Meeting werde kein Schritt erwartet. "Die Kommentare der Mitglieder ließen auf Zufriedenheit bezĂŒglich der aktuellen Zinssituation schließen", stellt er fest.

"Nachfrage nach Exotischem gestiegen"

Gute UmsĂ€tze im Handel mit Staats- und staatsnahen Anleihen sieht Oechsner fĂŒr zwei Bonds des EuropĂ€ischer StabilitĂ€tsmechanismus ESM. Der eine ist Ende kommenden Jahres fĂ€llig und rentiert aktuell mit 1,48 Prozent (EU000A1Z99N4), der andere im kommenden MĂ€rz mit 1,32 Prozent (EU000A1U9944).

Doch auch bei Exotischem wird zugegriffen. "Es ist auffÀllig, dass die Nachfrage nach Bonds in WÀhrungen wie dem australischen Dollar, brasilianischen Real, britischem Pfund oder polnischem Zloty gestiegen ist", erklÀrt AnleihehÀndler Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. Ein Beispiel: der Bond der zur Weltbank gehörenden Entwicklungsbank International Finance Corporation in brasilianischen Real. Er bietet bei FÀlligkeit 2030 aktuell eine Rendite von 11,94 Prozent (XS3124532311).

Kleine Erholung bei Autozulieferern, VerkÀufe von VW

Volatil zeigen sich Papiere aus der Autobranche. "Diese Woche gab es eine kleine Erholung", meldet Rainer Petz von Oddo BHF mit Blick auf zwei Autozulieferer: ZF (XS2399851901) und Adler Pelzer (XS2623604233). Beide Anleihen hatten vorher deutlich verloren. "StÀndig verkauft" wird Gregor Daniel zufolge allerdings die im Oktober 2026 fÀllige Volkswagen-Anleihe mit Rendite von aktuell 2,26 Prozent (XS1893631769). "Die VW-Quartalszahlen und der Milliardenverlust des Konzerns machen sich bemerkbar", erklÀrt er.

Ebenfalls abgestoßen wĂŒrden Bonds des Herstellers von Montage- und Befestigungsmaterial WĂŒrth (XS2480515662). "Immer gesucht" seien hingegen Bonds der RCI Banque mit Laufzeit bis 2029 und momentan 3 Prozent (FR001400N3F1).

Steubing-HĂ€ndler Oechsner sieht viel Umsatz in der bis 2027 laufenden Anleihe von Hochtief mit aktuell 1,95 Prozent (DE000A2YN2U2). Einiges um gehe auch in der neuen Anleihe des Wiener Immobilienentwicklers UBM Development mit Kupon von 6,75 Prozent bis 2030 (AT0000A3PGY9).

Großes Interesse an Deutscher Rohstoff

Auf sehr viel Zuspruch trifft die sich noch in der Zeichnung befindende Anleihe der Deutschen Rohstoff AG. Ende der Zeichnungsfrist sollte eigentlich der 10. November sein, angesichts der hohen Nachfrage ist nun aber eine vorzeitige Beendigung möglich. "Die BĂŒcher sind gut gefĂŒllt, die geplanten 50 Millionen Euro schon ĂŒbertroffen", berichtet Oechsner. Die Anleihe lĂ€uft bis 2030 und bietet 6 Prozent (DE000A460CG9). Das Unternehmen hatte schon 2023 eine Anleihe emittiert, die aktuell zu 106,5 Prozent gehandelt wird (DE000A3510K1).

Von Anna-Maria Borse, 31. Oktober 2025 © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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