Produktion/Absatz, Zusammenfassung

IG Metall startet Warnstreiks in der FlÀche

28.10.2024 - 15:24:39 | dpa.de

Überschattet von drastischen SparplĂ€nen beim Autobauer VW DE0007664039 beginnt die IG Metall mit flĂ€chendeckenden Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie.

Die jeweils mehrstĂŒndigen AusstĂ€nde sollten in einzelnen Betrieben schon um Mitternacht beginnen, wie die Gewerkschaft in Frankfurt angekĂŒndigt hat. Die Friedenspflicht in den Tarifverhandlungen fĂŒr rund 3,9 Millionen BeschĂ€ftigte unter anderem im Maschinenbau und der Automobilindustrie ist am Montag abgelaufen.

VW-Werk OsnabrĂŒck als Hotspot

NĂ€chtliche Proteste sind unter anderem am VW-Werk in OsnabrĂŒck geplant, wo die neue IG-Metall-TarifvorstĂ€ndin Nadine Boguslawski sprechen wird. Das von der Schließung bedrohte Werk fĂ€llt nicht unter den VW-Haustarifvertrag, sondern gehört zum FlĂ€chentarif. Hier wird die enge VerknĂŒpfung der Tarifrunde mit den Problemen beim grĂ¶ĂŸten deutschen Autobauer sichtbar. Nach Angaben des Betriebsrats stehen Werksschließungen und Massenentlassungen auf der Agenda des Vorstands, der die PlĂ€ne im Detail zunĂ€chst nicht bestĂ€tigt hat.

Hauptargument der IG Metall fĂŒr deutliche Lohnsteigerungen ist die fehlende Kaufkraft der BeschĂ€ftigten nach Jahren mit hoher Inflation. Die Erste Vorsitzende Christiane Benner erklĂ€rte dazu: "Das magere Angebot der Arbeitgeber verkennt den Ernst der Lage. Unsere 3,9 Millionen Kolleginnen und Kollegen in der Branche brauchen mehr Geld. Mit der zusĂ€tzlichen Kaufkraft stĂ€rken wir auch die Konjunktur."

Gewerkschaft und Arbeitgeber noch weit auseinander

Die IG Metall fordert in den Verhandlungen 7 Prozent mehr Geld innerhalb eines Jahres, wÀhrend die Metallarbeitgeber 3,6 Prozent in einem Zeitraum von 27 Monaten angeboten haben. Die erste Stufe von 1,7 Prozent soll im Juli 2025 greifen. Die Unternehmen verweisen auf schwache Produktionswerte und fehlende AuftrÀge.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat davor gewarnt, mit den Warnstreiks unrealistische Erwartungen bei den BeschĂ€ftigten zu schĂŒren. PrĂ€sident Stefan Wolf sagte dem Portal "t-online": "Ich habe den Eindruck, die IG Metall hat verstanden, was auf dem Spiel steht. Da sich die wirtschaftliche Lage quasi wöchentlich verschlechtert, dĂŒrfte sie auch ein Interesse an einem schnellen Abschluss haben." FĂŒr die BeschĂ€ftigten bedeute das Angebot nach jetzigem Stand eine Reallohnsicherung.

Arbeitgeber fordern zĂŒgigen Abschluss

Bereits an diesem Dienstag (29. Oktober) beginnt in Kiel und Hannover die dritte Runde in den regional gefĂŒhrten Tarifverhandlungen. Nordmetall-VerhandlungsfĂŒhrerin Lena Ströbele forderte die Gewerkschaft zu einem zĂŒgigen Abschluss auf. Eine bessere wirtschaftliche Lage könne nicht "herbei gestreikt" werden. Arbeitgeber wie Gewerkschaften hĂ€tten eine Verantwortung, fĂŒr alle Beteiligten eine faire Lösung mit langer Planungssicherheit zu schaffen.

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