Unilever, Aktie

Unilever Aktie: Historischer Umbau

01.04.2026 - 08:13:46 | boerse-global.de

Unilever verkauft den Großteil seines Foods-GeschĂ€fts an McCormick und erhĂ€lt 15,7 Milliarden Dollar. Der Konzern fokussiert sich kĂŒnftig auf Schönheits- und Haushaltsprodukte.

Unilever Aktie: Historischer Umbau - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Unilever trennt sich vom Großteil seines LebensmittelgeschĂ€fts — und der Deal hat es in sich. Heute wurde offiziell bestĂ€tigt, dass das Unternehmen seine Foods-Sparte mit dem US-GewĂŒrzhersteller McCormick & Company zusammenfĂŒhrt. Es ist die grĂ¶ĂŸte Transaktion in der Geschichte beider Konzerne.

Die Struktur des Deals

Die Vereinbarung sieht vor, dass Unilever eine Barzahlung von 15,7 Milliarden Dollar erhĂ€lt. Hinzu kommt ein Aktienanteil am fusionierten Unternehmen: Unilever-AktionĂ€re sollen kĂŒnftig rund 55,1 Prozent des kombinierten Konzerns halten, Unilever selbst behĂ€lt zunĂ€chst 9,9 Prozent. McCormick-AktionĂ€re kommen auf 35 Prozent. Der implizite Unternehmenswert von Unilever Foods liegt bei rund 44,8 Milliarden Dollar — etwa dem 13,8-fachen des EBITDA aus 2025.

Strukturiert wird die Transaktion als sogenannter Reverse Morris Trust, ein Konstrukt, das steuerliche Vorteile fĂŒr beide Seiten bietet. Unilever gliedert die Foods-Sparte aus und fusioniert sie anschließend mit McCormick. Der Abschluss ist bis Mitte 2027 geplant, vorbehaltlich AktionĂ€rszustimmung und Regulierungsgenehmigungen.

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Das kombinierte Unternehmen kĂ€me auf einen Jahresumsatz von rund 20 Milliarden Dollar und wĂ€re damit der globale Platzhirsch im Geschmacks- und WĂŒrzsegment. Knorr und Hellmann's — die zusammen rund 70 Prozent der Unilever-Foods-Erlöse ausmachen — treffen auf Marken wie Frank's RedHot, Cholula und French's. Eine bemerkenswerte Kombination.

Unilever als reiner HPC-Konzern

FĂŒr Unilever selbst markiert der Deal eine strategische ZĂ€sur. Der Konzern positioniert sich kĂŒnftig als fokussiertes Unternehmen fĂŒr Schönheitspflege, Körperpflege und Haushaltsprodukte — mit einem Zielumsatz von rund 39 Milliarden Euro. CEO Fernando FernĂĄndez hatte bereits in den vergangenen Monaten klar signalisiert, dass er Lebensmittel nicht als Wachstumskern sieht.

Passend zur Übergangsphase hat Unilever heute zudem einen vorĂŒbergehenden Einstellungsstopp bestĂ€tigt. BegrĂŒndet wird dies mit dem „unsicheren Umfeld", das auch durch die aktuelle Handelskrise infolge geopolitischer Spannungen geprĂ€gt ist. Der Konzern beschĂ€ftigt weltweit rund 96.000 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von rund 50 Milliarden Euro.

Das zurĂŒckbehaltene Aktienpaket am fusionierten Unternehmen ist dabei kein Zufall: Unilever will den geordneten Abbau dieser Position ĂŒber die Zeit steuern — und signalisiert damit gleichzeitig Überzeugung in die StĂ€rke des kombinierten GeschĂ€fts. Ob der Markt das Ă€hnlich sieht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn die Detailunterlagen bei der SEC eingereicht werden.

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