US-MilitĂ€r, Gauntlet“

US-MilitĂ€r sucht in „Drone Gauntlet“ nach billigen Kampfdrohnen

28.02.2026 - 23:39:44 | boerse-global.de

Das US-Verteidigungsministerium will bis 2027 ĂŒber 300.000 kostengĂŒnstige Angriffsdrohnen beschaffen. Ein aktueller Wettbewerb mit 25 Anbietern, darunter ukrainische Firmen, soll die besten Systeme ermitteln.

US-MilitĂ€r sucht in „Drone Gauntlet“ nach billigen Kampfdrohnen - Foto: ĂŒber boerse-global.de
US-MilitĂ€r sucht in „Drone Gauntlet“ nach billigen Kampfdrohnen - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Das US-Verteidigungsministerium will binnen Monaten Zehntausende gĂŒnstige Angriffsdrohnen beschaffen. Ein Wettbewerb in Georgia soll die besten Anbieter finden – darunter auch zwei ukrainische Firmen.

Washington D.C. – In einem beispiellosen Tempo will das Pentagon seine StreitkrĂ€fte mit Hunderttausenden billigen Kampfdrohnen ausstatten. Der SchlĂŒssel dazu ist der laufende Wettbewerb „The Gauntlet“ (deutsch: „der Fehdehandschuh“) auf der MilitĂ€rbasis Fort Benning. Seit dem 18. Februar testen Soldaten dort die Systeme von 25 Herstellern. Bis Anfang MĂ€rz sollen etwa ein Dutzend Sieger ausgewĂ€hlt werden, die dann umgehend AuftrĂ€ge im Gesamtwert von rund 150 Millionen Euro erhalten. Das Ziel: Bis 2027 sollen ĂŒber 300.000 dieser „wegwerfbaren“ Drohnen die US-Bodentruppen ausrĂŒsten.

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Vom Schlachtfeld in die Beschaffung: Lektionen aus dem Ukraine-Krieg

Das ehrgeizige „Drone Dominance Program“ mit einem geplanten Gesamtbudget von etwa einer Milliarde Euro markiert eine radikale Kehrtwende in der militĂ€rischen Beschaffung. Statt auf teure, jahrelang entwickelte Großsysteme setzt das Pentagon nun auf schnell verfĂŒgbare, kommerzielle Technologien. Die taktischen Lehren aus aktuellen Konflikten sind der Treiber: GĂŒnstige Drohnen haben sich als effektive Werkzeuge fĂŒr AufklĂ€rung und PrĂ€zisionsschlĂ€ge erwiesen. Gleichzeitig wird die Verwundbarkeit hochpreisiger Assets wie Panzer oder Schiffe durch solche Kleinstsysteme deutlich.

„Das Programm zielt darauf ab, den Feind zu lokalisieren, sich ihm zu nĂ€hern und ihn zu vernichten – mit SchwĂ€rmen unbemannter Systeme“, heißt es aus Pentagon-Kreisen. Die Strategie schafft eine bewusste Asymmetrie: Statt teure Abfangraketen gegen billige Drohnen einzusetzen, will die US-Armee mit einer eigenen, massiven Drohnenflotte antworten.

Vier Phasen, sinkende Preise: So soll die Drohnen-Armee entstehen

Der Wettbewerb in Georgia ist nur Phase eins eines Vier-Stufen-Plans. In jeder folgenden Stufe wird die Anzahl der beschafften Drohnen grĂ¶ĂŸer, wĂ€hrend die Zahl der Lieferanten auf die effizientesten reduziert wird. Dieser Wettbewerbsdruck soll die Kosten drĂŒcken.

  • Phase I (aktuell): Zielpreis ca. 5.000 Euro pro Drohne. Beschaffung von etwa 30.000 Einheiten.
  • Phase IV (geplant fĂŒr 2027/28): Zielpreis nur noch 2.300 Euro. Beschaffung von 150.000 Drohnen fĂŒr etwa 345 Millionen Euro.

In spĂ€teren Phasen werden zudem strengere Vorgaben fĂŒr die Lieferkette gelten. Kritische Komponenten wie Motoren oder Batterien sollen dann nur noch aus nicht-risikobehafteten LĂ€ndern stammen, um die Versorgungssicherheit zu gewĂ€hrleisten.

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Start-ups gegen RĂŒstungsriesen: Wer liefert die Drohnen der Zukunft?

Die 25 Teilnehmer des „Gauntlet“ spiegeln den neuen Ansatz wider: Neben etablierten RĂŒstungskonzernen wie Kratos sind viele kleine Tech-Start-ups vertreten. Besonders bemerkenswert ist die Teilnahme zweier ukrainischer Firmen: General Cherry und Ukrainian Defense Drone Tech. Sie bringen direktes, kampferprobtes Know-how aus dem Krieg gegen Russland in den Wettbewerb ein.

Diese breite industrielle Basis ist gewollt. Sie soll Innovation fördern und verhindern, dass man sich von wenigen großen RĂŒstungsunternehmen abhĂ€ngig macht. Die Auswertung durch die Soldaten vor Ort soll sicherstellen, dass die Systeme nicht nur auf dem Papier ĂŒberzeugen, sondern auch im Feld praktikabel und robust sind.

Ein neues Paradigma: Schnelligkeit als strategischer Vorteil

Die Geschwindigkeit des Programms ist selbst eine Waffe. WĂ€hrend traditionelle Beschaffungszyklen Jahre dauern, werden hier Entscheidungen in Monaten getroffen. Das Pentagon will so die Entwicklung potenzieller Gegner ĂŒberholen und bĂŒrokratische HĂŒrden umgehen.

FĂŒr die europĂ€ische Verteidigungsindustrie, darunter deutsche Player wie Rheinmetall oder Diehl, ist das US-Programm ein deutliches Signal. Es zeigt, in welche Richtung sich die KriegsfĂŒhrung entwickelt: hin zu vernetzten SchwĂ€rmen intelligenter, aber gĂŒnstiger autonomer Systeme. Die Frage ist nicht mehr, ob solche Drohnenarmeen kommen, sondern wer sie zuerst und in ausreichender Masse beherrscht. Das Rennen um die Drohnendominanz hat begonnen.

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