Zu russlandfreundlich? Trump stellt sich hinter Witkoff
26.11.2025 - 06:21:54 | dpa.de"Das ist eine ganz normale Sache", sagte der Republikaner wĂ€hrend eines Flugs nach Florida, nachdem ihn eine Journalistin zu einem heiklen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg befragt hatte. Diese war nach eigenen Angaben an den Mitschnitt eines etwa fĂŒnfminĂŒtigen Telefonats vom 14. Oktober gelangt, den sie als schriftliches Transkript veröffentlichte.
Darin spricht Witkoff mit Juri Uschakow, dem auĂenpolitischen Berater von Kremlchef Wladimir Putin, und gibt ihm offenbar Tipps fĂŒr den direkten Austausch zwischen den beiden PrĂ€sidenten. Er regt unter anderem an, Putin könne Trumps Rolle als "Mann des Friedens" betonen. Zudem bringt der US-Sondergesandte die Idee eines "20-Punkte-Plans" ins Spiel, der - Ă€hnlich wie ein US-Papier zur Beendigung des Gaza-Kriegs - als Grundlage fĂŒr GesprĂ€che ĂŒber ein Abkommen zwischen Russland und der Ukraine dienen könne.
Republikaner: Witkoff sollte entlassen werden
Die Veröffentlichung sorgte auch in Trumps eigener Partei fĂŒr heftige Kritik. Der republikanische Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick sprach auf der Plattform X von "einem Riesenproblem" und forderte ein Ende "geheimer NebenkanĂ€le". Parteikollege Don Bacon wurde noch deutlicher: Es sei "offensichtlich, dass Witkoff voll und ganz auf der Seite der Russen steht", schrieb er. "Man kann ihm nicht zutrauen, diese Verhandlungen zu fĂŒhren. WĂŒrde ein von Russland bezahlter Agent weniger tun als er? Er sollte entlassen werden."
Trump: "Ganz normale Verhandlungen"
Auf dem Flug nach Florida wies Trump derlei Bedenken zurĂŒck. Er habe die Aufnahme des GesprĂ€chs zwar nicht gehört, fĂŒr ihn klinge das Ganze aber nach "ganz normalen Verhandlungen". Man mĂŒsse der Ukraine eben russische Positionen vermitteln und umgekehrt auch Moskau die Forderungen aus Kiew. Er gehe davon aus, dass Witkoff in GesprĂ€chen mit der ukrainischen Seite Ă€hnlich auftrete.
Auf die Frage, ob er keine Sorge habe, dass sein Sondergesandter zu russlandfreundlich sei, antwortete Trump, der Krieg könne noch Jahre dauern - und Russland habe "viel mehr Einwohner und Soldaten" als die Ukraine. Wenn das angegriffene Land daher einen Deal aushandeln könne, sei das seiner Ansicht nach "eine gute Sache".
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