Verkehrsminister lehnen Doppelbesetzung in Regionalzügen ab
31.03.2026 - 03:10:10 | boerse-global.deDie Verkehrsminister der Länder haben eine generelle Doppelbesetzung mit Zugbegleitern abgelehnt. Sie sprachen sich auf ihrer Konferenz in Lindau gegen starre bundesweite Vorgaben aus. Damit erteilten sie einer Kernforderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) eine Absage.
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Tragischer Angriff löste Aktionsplan aus
Auslöser der Betatte war ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar. Der Vorfall führte zu einem bundesweiten "Sicherheitsgipfel" und einem umfassenden Aktionsplan. Die Gewalt gegen Bahnpersonal ist ein wachsendes Problem: 2025 verzeichnete die Deutsche Bahn konzernweit 3.262 körperliche Angriffe – ein Anstieg von 37 Prozent innerhalb von zehn Jahren.
Der vereinbarte Plan sieht mehrere Sofortmaßnahmen vor. Dazu gehören Bodycams für alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt, 200 zusätzliche Kräfte der DB Sicherheit und verbesserte Schutzausrüstung. Seit März gilt bei DB Regio zudem das Prinzip "Eigensicherung vor Prüfung" bei Ticketkontrollen.
EVG demonstrierte für Zwei-Personen-Besatzung
Die EVG hält trotzdem an ihrer Forderung nach durchgehender Doppelbesetzung fest. Die Gewerkschaft argumentiert, zwei Begleiter seien für die Sicherheit unerlässlich. Zum Auftakt der Verkehrsministerkonferenz demonstrierten mehrere Dutzend EVG-Mitglieder in Lindau für ihre Position.
Die Minister verwiesen dagegen auf die erheblichen finanziellen Mehraufwendungen. Die Finanzierung müsse zunächst der Bund klären. Statt starren Vorgaben begrüßten sie die bereits eingeleiteten Maßnahmen der Bahn.
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Technik und Training als weitere Säulen
Neben mehr Personal setzt der Aktionsplan auf technische Lösungen. Die Videoüberwachung in Zügen und an Bahnhöfen soll ausgebaut werden. KI-gestützte Auswertungen könnten künftig Risikosituationen früher erkennen.
Eine weitere Säule sind verbesserte Trainings. Deeskalations- und Verhaltenstrainings sollen das Personal besser auf aggressive Reaktionen vorbereiten. Ziel ist es, Konflikte verbal zu entschärfen, bevor sie eskalieren.
Strengere Gesetze und Waffenverbot geplant
Rechtlich soll der Schutz für Bahnmitarbeiter gestärkt werden. Die beteiligten Bundesministerien wollen Anpassungen im Strafgesetzbuch durchsetzen, um Angriffe besser ahnden zu können.
Die Verkehrsministerkonferenz sprach sich zudem für ein bundesweit einheitliches Waffen- und Messerverbot im Personenverkehr aus. Die Bundespolizei setzt ihre Maßnahmen auf Bahnanlagen fort und entwickelt die Partnerschaft mit der DB Sicherheit weiter.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will Ende April eine erste Bilanz der Maßnahmen ziehen. Die Diskussion um die optimale Personalpräsenz in Zügen dürfte jedoch weitergehen – vor allem, wenn es um die Frage der Finanzierung geht.
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