Videospiele senken Demenzrisiko um 25 Prozent
20.03.2026 - 00:00:34 | boerse-global.deEin spezielles kognitives Videospiel-Training kann das Demenzrisiko langfristig um ein Viertel senken. Das belegen jetzt die Langzeitdaten einer großen US-Studie, die über zwei Jahrzehnte lief. Die Ergebnisse stellen bisherige Präventionskonzepte auf den Kopf und rücken digitale Spiele in den Fokus der Altersmedizin.
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20 Jahre Forschung: Die überraschend klaren Daten
Die Grundlage bildet die ACTIVE-Studie, die um die Jahrtausendwende mit über 2.800 älteren Erwachsenen startete. Für die aktuelle Analyse verknüpften Forscher die Originaldaten mit Krankenakten aus den Jahren 1999 bis 2019. Das Ergebnis ist eindeutig: Nur ein bestimmtes Training zeigte Wirkung.
Die Probanden waren in vier Gruppen eingeteilt – eine Kontrollgruppe ohne Training und drei Gruppen mit unterschiedlichem Gehirntraining. Während Gedächtnis- und Logikübungen keinen signifikanten Schutz boten, schnitt das Geschwindigkeitstraining hervorragend ab. In der Gruppe mit regelmäßigem Training erhielten nur 40 Prozent eine Demenzdiagnose. In der Kontrollgruppe waren es 49 Prozent. Das bedeutet eine relative Risikoreduktion von 25 Prozent.
Kein Sudoku: So funktioniert das effektive Training
Das erfolgreiche Programm hat wenig mit klassischen Seniorenspielen gemein. Es nutzt adaptive Videospiele, die an Action-Titel erinnern. Die Teilnehmer mussten unter Zeitdruck Objekte identifizieren und störende Ablenkungen ignorieren. Der Clou: Die Software passte den Schwierigkeitsgrad in Echtzeit an die Leistung des Nutzers an.
Besonders bemerkenswert ist der geringe Zeitaufwand. Das ursprüngliche Programm umfasste nur 10 bis 23,5 Stunden Training, verteilt auf drei Jahre. Entscheidend waren jedoch spätere Auffrischungssitzungen. Probanden, die diese „Booster“ ausließen, zeigten nach 20 Jahren keinen Vorteil mehr. Die Regelmäßigkeit ist demnach wichtiger als die Dauer.
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Warum profitiert das alternde Gehirn?
Die Ergebnisse sind ein starkes Argument für die Neuroplastizität im Alter. Sie widerlegen die alte Annahme, dass das ältere Gehirn starr und kaum lernfähig sei. Die Probanden waren zu Studienbeginn im Schnitt 74 Jahre alt.
Fachleute interpretieren die Daten so: Das Gehirn kann auch im hohen Alter durch die richtige Art von „Stress“ – hier extrem schnelle visuelle Anforderungen – widerstandsfähiger werden. Die Auffrischungen wirken wie Training für einen Muskel und bewahren neu gebildete neuronale Verbindungen vor dem Zerfall.
Paradigmenwechsel in der Demenzprävention?
Für das Gesundheitssystem könnten die Erkenntnisse einen Wendepunkt bedeuten. Bislang herrschte große Skepsis gegenüber kommerziellen Gehirnjogging-Apps. Die ACTIVE-Daten liefern nun den langersehnten Langzeitbeweis – mit einer wichtigen Einschränkung: Nicht jedes Spiel hilft, nur spezifische Geschwindigkeitstrainings.
Experten halten es für denkbar, dass Krankenkassen zertifizierte App-basierte Programme künftig erstatten. Der Zugang zu Smartphones ist auch bei über 70-Jährigen weit verbreitet, die technischen Hürden sind niedrig. Die Botschaft ist klar: Gezieltes Videospiel-Training kann ein wirksames Investment in die langfristige geistige Unabhängigkeit sein.
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