VW verkauft wieder mehr Autos - E-Modelle gefragt
09.04.2025 - 13:34:28Nach den EinbrĂŒchen im vergangenen Jahr legte der Konzern in den ersten drei Monaten wieder leicht zu, wie die Wolfsburger am Mittwoch mitteilten. Weltweit lieferte der Konzern von Januar bis MĂ€rz gut 2,1 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, 1,4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
FĂŒr das restliche Jahr zeigte sich der Konzern zuversichtlich. Auf dem westeuropĂ€ischen Heimatmarkt seien in den ersten drei Monaten wieder 29 Prozent mehr Bestellungen eingegangen, der Auftragsbestand liege hier inzwischen wieder bei fast einer Million Fahrzeuge. Und: "In den kommenden Monaten erwarten wir zusĂ€tzlichen RĂŒckenwind durch zahlreiche neu eingefĂŒhrte Modelle", sagte Audi-Vertriebschef Marco Schubert, der auch im Gesamtkonzern fĂŒr das Ressort zustĂ€ndig ist.
Kernmarke legt ĂŒberraschend zu
Im gesamten Vorjahr hatte VW DE0007664039 noch ein Minus von 2,3 Prozent verbucht und sich nur knapp ĂŒber 9 Millionen Auslieferungen gehalten. Dass es jetzt wieder aufwĂ€rts geht, ist vor allem der bisher schwĂ€chelnden Kernmarke VW Pkw zu verdanken, auf die mehr als die HĂ€lfte aller VerkĂ€ufe entfĂ€llt: Um gut fĂŒnf Prozent legten hier die Auslieferungen gegenĂŒber dem schwachen Vorjahreszeitraum zu, auf gut 1,1 Millionen Fahrzeuge.
Die Töchter Skoda und Seat/Cupra legten sogar noch stĂ€rker zu, allerdings bei deutlich kleineren StĂŒckzahlen. Weiter nach unten ging es dagegen bei den Premium-Töchtern: bei Audi um 3,4 Prozent auf 383.400 Fahrzeuge, bei Porsche sogar um fast 8 Prozent auf 71.500. Die Lkw-Tochter Traton DE000TRAT0N7 (MAN, Scania, International, VW Truck & Bus) verzeichnete fast zehn Prozent Minus. Auch Konkurrent Mercedes DE0007100000 hatte fĂŒr das erste Quartal bereits sieben Prozent Absatzschwund gemeldet.
E-Autos legen zu
Einen deutlichen Zuwachs verbuchte VW bei den E-Autos, und zwar bei allen Pkw-Marken: Weltweit wurden in den drei Monaten 216.800 reine Stromer ausgeliefert, fast 60 Prozent mehr als vor einem Jahr. Jeder zehnte Neuwagen aus dem Konzern sei damit inzwischen ein reines E-Auto. Vor einem Jahr waren es nur sechs Prozent.
In Europa hat sich Elektro-Absatz gegenĂŒber dem schwachen ersten Quartal 2024 sogar mehr als verdoppelt, auf konzernweit 158.000 E-Autos. Damit sei VW "klarer Elektro-MarktfĂŒhrer in Europa", sagte Konzernchef Oliver Blume der "Bild"-Zeitung. In Deutschland komme sogar fast jeder zweite Stromer aus dem VW-Konzern.
Die starken ZuwÀchse sind aber auch schwachen Vorjahreszahlen zu verdanken: Nach dem Wegfall der E-Auto-Förderung in Deutschland waren die Verkaufszahlen Anfang 2024 eingebrochen. Zudem schwÀchelt gerade der US-Elektroautopionier Tesla US88160R1014, der in Europa in die Bredouille geraten ist. VW konnte das ausnutzen, entsprechend stark fielen nun die ZuwÀchse aus.
Fast die HÀlfte der E-Autos entfiel auf die Marke VW, am stÀrksten zulegen konnten dank neuer Batteriemodelle Porsche und Cupra. Audi verzeichnete mit 30 Prozent Plus das schwÀchste Elektro-Wachstum im Konzern.
China schwach, USA stark
Sorgenkind im VW-Konzern bleibt China: In den Monaten Januar bis MĂ€rz gingen die Verkaufszahlen auf dem fĂŒr VW nach wie vor wichtigsten Einzelmarkt weiter nach unten: um gut sieben Prozent auf noch 644.000 Autos. ZuwĂ€chse im Rest der Welt konnten das aber mehr als ausgleichen. In Europa ging es um 3,7 Prozent nach oben, in Deutschland um 5,5 Prozent. Nach wie vor verkauft der Konzern aber fast jedes dritte Auto in China.
In den USA zog der Absatz sogar um 6,2 Prozent an. Experten sehen darin Vorzieheffekte wegen der neuen Autozölle von US-PrĂ€sident Donald Trump, die seit Anfang April gelten. Viele HĂ€ndler hĂ€tten sich vorher noch einmal mit zollfreien oder deutlich niedriger verzollten Autos eingedeckt. Inzwischen haben VW und Audi ihre Lieferungen in die USA gebremst und halten Neuwagen vorerst in den HĂ€fen zurĂŒck.
FĂŒr das Gesamtjahr peilt der Konzern bisher nahezu stabile Verkaufszahlen auf dem Niveau von 2024 an, mit ZuwĂ€chsen in Europa und RĂŒckgĂ€ngen in China. Auch Audi will frĂŒheren Angaben zufolge im Gesamtjahr wieder mehr Autos verkaufen.

