GESAMT-ROUNDUP, Heftigste

GESAMT-ROUNDUP: 'Heftigste Angriffe' - Kein Zeichen fĂŒr Frieden im Iran

10.03.2026 - 15:43:35 | dpa.de

WÀhrend US-PrÀsident Donald Trump ein baldiges Ende des Kriegs im Iran in Aussicht stellt, gehen die Angriffe in der Region in unverminderter HÀrte weiter.

Die Vereinigten Staaten gĂ€ben nicht nach, "bis der Feind vollstĂ€ndig und endgĂŒltig besiegt" sei, machte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington klar. "Zum Beispiel wird heute wieder einmal unser heftigster Tag von Angriffen im Iran sein." Auch Israel macht keine Anstalten, seine Attacken einzudĂ€mmen.

Die dortige Armee griff nach eigenen Angaben weitere Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Irans StreitkrĂ€fte attackierten nach eigenen Angaben einen US-LuftwaffenstĂŒtzpunkt im Nordirak, mit Drohnen ein Treibstofflager in Israel und weitere Ziele. In Israel gab es Raketenalarm. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den mĂ€chtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete ĂŒber eine neue Welle an Raketen auf Ziele bei Tel Aviv.

Trump droht neuem iranischem Staatsoberhaupt

Trump deutete unterdessen an, auch das neue iranische Staatsoberhaupt, den ReligionsfĂŒhrer Modschtaba Chamenei, nicht einfach zu akzeptieren. "Ich glaube nicht, dass er in Frieden leben kann", sagte der Republikaner im US-Sender Fox News, nannte jedoch keine Details. Bereits am Montag (Ortszeit) hatte Trump gesagt: "Wir denken, dass es nur zu mehr Problemen derselben Art im Land fĂŒhren wird."

Der 56-jĂ€hrige Sohn von Ajatollah Ali Chamenei war in der Nacht zum Montag - neun Tage nach dem Tod seines Vaters bei einem israelischen Luftangriff - zum obersten FĂŒhrer des Landes bestimmt worden. Trump hatte dem Iran zuvor gedroht, dass ein Nachfolger nicht lange im Amt bleiben werde, sollten die USA nicht in die Entscheidung einbezogen werden.

Baldiges Kriegsende?

Überraschend hatte Trump zuvor ein baldiges Kriegsende in Aussicht gestellt. "Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe", zitierte ihn der US-Sender CBS News nach einem Telefoninterview. Der Krieg verlaufe "weit vor dem Zeitplan". Auf einen konkreten Zeitpunkt legte sich der US-PrĂ€sident nicht fest. Dennoch ging der Ölpreis deutlich zurĂŒck.

Die iranischen Revolutionsgarden reagierten scharf. "Wir sind diejenigen, die ĂŒber das Ende des Krieges entscheiden", hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung. "Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges liegen in den HĂ€nden der Islamischen Republik."

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht "keinen gemeinsamen Plan", wie der Krieg schnell zu einem ĂŒberzeugenden Ende gebracht werden kann. Es gebe "eine gefĂ€hrliche Eskalation", sagte er mit Blick auf die Gegenangriffe des Iran. "Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg. Wir haben kein Interesse an einer Auflösung der territorialen IntegritĂ€t, der Staatlichkeit oder der wirtschaftlichen LebensfĂ€higkeit des Iran", betonte er.

Außenminister Johann Wadephul rechnet mit amerikanischen Angriffen so lange weiter, bis die USA den Iran nicht mehr als Bedrohung einstuften - oder bis die iranische Seite ernsthafte Bereitschaft zu Verhandlungen zeige. DafĂŒr gibt es bisher keine Anzeichen. "Wenn ein Waffenstillstand zustande kommen oder der Krieg beendet werden soll, muss es eine Garantie geben, dass aggressive Handlungen gegen Iran nicht erneut wiederholt werden", zitierte die Zeitung "Shargh" Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi. Irans ParlamentsprĂ€sident Mohammed Bagher Ghalibaf erklĂ€rte, sein Land strebe keinen Waffenstillstand an.

Netanjahu ruft Iraner zum Widerstand auf

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu rief die iranische Bevölkerung erneut auf, fĂŒr einen Machtwechsel im Land zu sorgen. "Unser Ziel ist es, das iranische Volk dazu zu bringen, das Joch der Tyrannei abzuwerfen, letztendlich hĂ€ngt es jedoch von ihnen selbst ab", sagte er nach Angaben seines BĂŒros. Es gebe keinen Zweifel, dass man der FĂŒhrung in Teheran "mit den bisherigen Maßnahmen die Knochen" breche.

Heftige Kriegsfolgen fĂŒr iranische Bevölkerung

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds rund 16.000 Wohnungen zerstört oder beschÀdigt worden. Daneben seien mehr als 3.300 GeschÀftseinheiten beschÀdigt worden, teilte die iranische Rothalbmondgesellschaft auf Telegram mit.

Bei zwei wichtigen staatlichen Banken waren nach Berichten von Einwohnern der Hauptstadt Teheran Geldautomaten außer Betrieb, das Onlinebanking war nicht erreichbar und Kartenzahlungen waren nicht möglich.

Neun KrankenhĂ€user mussten infolge der Luftangriffe ihren Betrieb einstellen. Sollte der Krieg andauern, reichten Irans strategische MedikamentenvorrĂ€te fĂŒr mindestens sechs Monate, berichtete die Nachrichtenagentur Ilna unter Berufung auf den Parlamentsabgeordneten Mohammed Dschamalian. Bei einigen Mitteln herrschten jedoch bereits jetzt EngpĂ€sse. Landesweit werden demnach 1.400 Verletzte stationĂ€r behandelt.

Nach Angaben der Regierung in Teheran wurde auch ein Unesco-Welterbe beschÀdigt. In der Kulturmetropole Isfahan im Landeszentrum wurde der Tschehel-Sotun-Palast in Mitleidenschaft gezogen, wie von der Regierung veröffentlichte Aufnahmen zeigen. Bilder in den sozialen Medien zeigten zudem Rauchwolken unmittelbar in der NÀhe der bekannten Schah-Abbas-Moschee am "Naghsch-e-Dschahan", dem zentralen Platz in Isfahan, einem der wichtigsten Wahrzeichen der persischen Kultur.

Raketenangriff auf von Deutschen genutzten StĂŒtzpunkt in Jordanien

Bei den MilitĂ€rschlĂ€gen in der Region wurde auch der von deutschen Soldaten genutzte Einsatzstandort Al-Asrak in Jordanien von Raketen beschossen. Dabei sei auch der deutsche Teil des Camps getroffen worden, sagte ein Sprecher des Operativen FĂŒhrungskommandos der Bundeswehr. Es werde noch untersucht, ob es TrĂŒmmer oder eine anfliegende Rakete gewesen seien. Die Soldaten befĂ€nden sich in Schutzbauten oder in dezentraler Unterkunft in Sicherheit und seien wohlauf.

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