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Trump verlÀngert Waffenruhe - Keine Entspannung in Sicht

22.04.2026 - 14:47:17 | dpa.de

WASHINGTON/TEHERAN - Die von den USA verlÀngerte Waffenruhe im Iran-Krieg hat die Spannungen nicht entschÀrft.

(neu: mehr Details und Hintergrund)

WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Die von den USA verlĂ€ngerte Waffenruhe im Iran-Krieg hat die Spannungen nicht entschĂ€rft. Der Iran Ă€ußerte sich bisher nicht dazu, ob er selbst die Feuerpause einhalten wird. Vielmehr zeigten sich die Revolutionsgarden Ă€ußerst skeptisch - zumal die US-Seeblockade iranischer HĂ€fen fortgesetzt wird.

Die iranischen StreitkrĂ€fte seien auf dem "Höhepunkt der Bereitschaft" zur Fortsetzung der Kampfhandlungen, hieß es in einer ErklĂ€rung der Elitestreitmacht. In einer neuen Phase der Eskalation könnten die StreitkrĂ€fte "vernichtende und fĂŒr den Feind unvorstellbare SchlĂ€ge gegen die verbleibenden Vermögenswerte" in der Region ausfĂŒhren.

Iran vermutet List

Die "Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren", schrieb ein Berater des iranischen ParlamentsprĂ€sidenten Mohammed Bagher Ghalibaf. Er argwöhnte, dass Trumps VerlĂ€ngerung der Waffenruhe eine List sei, "Zeit fĂŒr einen Überraschungsangriff zu gewinnen". Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte kurz vor Ablauf der Feuerpause auf X geschrieben: "Iranische HĂ€fen zu blockieren, ist ein kriegerischer Akt und somit ein Verstoß gegen die Waffenruhe."

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte die Waffenruhe mit dem Iran ĂŒberraschend in letzter Minute einseitig fĂŒr verlĂ€ngert erklĂ€rt. Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die FĂŒhrung im Iran einen "geeinten Vorschlag" zur Beilegung des Krieges unterbreite, teilte er auf Truth Social mit.

Iran droht mit Beschuss der Ölfelder der Golfstaaten

Der Iran werde die fĂŒr den globalen Ölmarkt wichtige Straße von Hormus nicht freigeben, solange die US-Blockade andauere, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim. Notfalls werde sie mit Gewalt durchbrochen, schrieb das Sprachrohr der mĂ€chtigen Revolutionsgarden.

Eine Eskalation sei jederzeit möglich, hieß es auf beiden Seiten. Ein Kommandeur der Revolutionsgarden nannte laut der Agentur Fars Ölfelder und Raffinerien in benachbarten Golfstaaten als potenzielle Ziele, falls diese den USA und Israel weiterhin erlauben wĂŒrden, "ihr Territorium zu nutzen". Das US-Regionalkommando Centcom schrieb auf X, man bleibe einsatzbereit.

ZwischenfÀlle zeigen angespannte Lage in Meerenge

Wie angespannt die Lage ist, zeigen auch erneute VorfĂ€lle in der Straße von Hormus. Dort haben Irans StreitkrĂ€fte nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe angegriffen und manövrierunfĂ€hig gemacht. In einer von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Nachricht hieß es zur BegrĂŒndung, die Revolutionsgarden hĂ€tten ihre "regelwidrige" Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestoppt.

Laut Fars handelte es sich um das Containerschiff "Epaminondas" unter der Flagge Liberias, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten in Richtung Indien unterwegs war. Der ebenfalls angegriffene Frachter "MSC Francesca" lag zuletzt vor der KĂŒste Saudi-Arabiens und fĂ€hrt unter der Flagge Panamas. Außerdem wurde ein Containerschiff namens "Euphoria" attackiert, das sich iranischen Angaben zufolge in griechischem Besitz befinden soll.

Die "MSC Francesca" und "Epaminondas" seien beschlagnahmt und in iranische GewÀsser gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Marine der Revolutionsgarden.

Kein Aufatmen am Ölmarkt

An den ÖlmĂ€rkten zeichnet sich vor diesem Hintergrund keine echte Entspannung ab. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete vor Trumps AnkĂŒndigung erstmals seit gut einer Woche wieder ĂŒber hundert Dollar. Anschließend gab der Preis nur etwas nach und lag zuletzt bei 99 Dollar.

Die deutsche Bundesregierung rechnet wegen der Folgen des Iran-Kriegs fĂŒr dieses Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum in Deutschland und halbiert ihre Konjunkturprognose. Erwartet wird nun ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent - im Januar hatte die Bundesregierung noch mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet.

Was macht Israel?

Unklar bleibt vorerst, wie sich Israel verhĂ€lt. Vonseiten des BĂŒros des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu gab es zunĂ€chst keine Reaktion auf Trumps AnkĂŒndigung. Irans Erzfeind und die USA hatten den Krieg gemeinsam am 28. Februar begonnen. Ohne VerlĂ€ngerung wĂ€re die Waffenruhe laut Trump in der deutschen Nacht zum Donnerstag ausgelaufen.

Trump: Irans FĂŒhrung gespalten

Trump schrieb, die FĂŒhrung im Iran sei wenig ĂŒberraschend tief gespalten. Deshalb werde er die Feuerpause verlĂ€ngern, bis es aus dem Iran einen "geeinten Vorschlag" gebe und die GesprĂ€che zu einem Ende kĂ€men, "auf die eine oder die andere Art und Weise". Am Vortag hatte der US-PrĂ€sident eine VerlĂ€ngerung der Feuerpause noch als "sehr unwahrscheinlich" bezeichnet.

US-Finanzminister: Blockade nimmt Iran wichtige Einnahmen

Die USA dagegen glauben nach Worten von US-Finanzminister Scott Bessent, mit ihrer Seeblockade einen wirksamen Hebel in der Hand zu haben. Die Lager auf der fĂŒr den Ölhandel wichtigen Insel Charg wĂŒrden in wenigen Tagen voll sein, weshalb die Ölfelder stillgelegt werden mĂŒssten, schrieb der US-Finanzminister auf X. "Die BeschrĂ€nkung des iranischen Seehandels zielt direkt auf die wichtigsten Einnahmequellen des Regimes ab", fĂŒgte Bessent hinzu.

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