Wirtschaftsforscher halbieren Wachstumsprognose für 2026
01.04.2026 - 10:21:18 | boerse-global.deDie führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für 2026 drastisch nach unten korrigiert. Geopolitische Spannungen und ein neuer Energiekosten-Schock bremsen die erhoffte Erholung aus.
Die sogenannte Gemeinschaftsdiagnose von DIW Berlin, Ifo-Institut, IfW Kiel, IWH Halle und RWI Essen erwartet für dieses Jahr nur noch ein Minuswachstum von 0,6 Prozent. Im Herbst 2025 gingen die Institute noch von 1,3 Prozent aus. Gleichzeitig steigt die Inflationserwartung: Statt der erhofften 2,0 Prozent soll die Teuerungsrate im Jahresdurchschnitt bei 2,4 Prozent liegen.
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Energiekrise 2.0? Konflikte treiben Preise
Hauptgrund für die düstere Revision sind die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten. Blockaden am Persischen Golf und bedrohte LNG-Lieferrouten haben die Öl- und Gaspreise wieder in die Höhe getrieben.
Für die energieintensive deutsche Industrie ist das ein massiver Rückschlag. Laut Ifo-Institut rechnen 90 Prozent der Industrieunternehmen mit negativen Folgen. Die hohen Produktionskosten der Jahre 2022/23 kehren zurück und verzögern die Erholung des exportstarken verarbeitenden Gewerbes.
Staat stützt Konjunktur – aber zu langsam?
Verhindert wird eine tiefe Recession derzeit vor allem durch die expansive Finanzpolitik des Bundes. Die 2025 beschlossene Lockerung der Schuldenbremse ermöglicht massive Investitionen in Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz.
Doch die Gutachter warnen: Die Mittel fließen zu langsam ab. Wenn der fiskalische Impuls ausbleibt, bleibt die Wirtschaft anfällig für weitere externe Schocks. Steuerentlastungen für Unternehmen zeigen zudem erst mittelfristig Wirkung.
Export-Schwäche und Lohn-Preis-Spirale
Die traditionelle Stärke der deutschen Wirtschaft – der Export – bleibt ein Schwachpunkt. Handelskonflikte mit den USA und der wachsende Wettbewerb aus China, etwa bei Elektroautos, belasten die Ausfuhren.
Im Inland sorgt der angespannte Arbeitsmarkt für steigende Lohnkosten. Die reale Kaufkraft der Verbraucher schwindet jedoch, weil die Lohnsteigerungen von der wieder anziehenden Inflation aufgefressen werden. Die Binnennachfrage und der öffentliche Konsum tragen nun die Konjunktur – ein Bruch mit dem exportgetriebenen deutschen Modell.
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Unsicherer Ausblick: Wacklige Balance
Die weitere Entwicklung hängt am seidenen Faden der Energiepreise. Bleiben sie dauerhaft hoch, könnte das Wachstum 2026 auf nur 0,4 Prozent fallen, bei einer Inflation von bis zu drei Prozent.
Für 2027 prophezeien die Institute ein leichtes Comeback auf 1,4 Prozent Wachstum – allerdings nur, wenn die geopolitischen Wogen glätten. Die strukturellen Altlasten wie Fachkräftemangel, Digitalisierungsrückstand und internationale Steuernachteile bleiben jedoch bestehen. Die Wirtschaft balanciert auf einem schmalen Grat zwischen staatlicher Investitionsförderung und inflationsbedingter Bremswirkung.
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