Wohnungsmarkt, Regierung

Wohnungsmarkt: Regierung kündigt neue Maßnahmen an

03.04.2026 - 21:10:48 | boerse-global.de

Deutschland fehlt 1,4 Millionen Wohnungen. Die Regierung reagiert mit neuen Förderprogrammen, doch Experten bezweifeln die Wirksamkeit angesichts hoher Kosten und sinkender Fertigstellungszahlen.

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Die Bundesregierung reagiert auf massive Kritik an ihrer Wohnungsbaupolitik mit neuen Förderprogrammen. Der Markt ist eingefroren – und das Defizit wächst auf Rekordniveau.

1,4 Millionen Wohnungen fehlen

Die Krise hat ein neues Ausmaß erreicht: Aktuell fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen. Das belegt der aktuelle „Soziale Wohn-Monitor“ des Pestel-Instituts. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen mit etwa 376.000 und Bayern mit 233.000 fehlenden Einheiten.

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Experten sprechen von einem „eingefrorenen Markt“. Wer heute umzieht, zahlt oft deutlich mehr Miete für weniger Wohnraum. Die Folge: Junge Menschen und Senioren werden aus den Städten verdrängt. Gleichzeitig schrumpft der Bestand an Sozialwohnungen bundesweit auf nur noch eine Million.

Branche fordert „Fast Lane“ für Neubau

Auf dem jüngsten Wohnungsbau-Gipfel in Berlin wurde die Regierung scharf kritisiert. Axel Gedaschko, Präsident des GdW, forderte einen grundlegenden Kurswechsel. Sein Vorschlag: eine „Fast Lane“ für Bauprojekte, um Planungs- und Genehmigungsverfahren massiv zu beschleunigen.

Denn die Hürden sind enorm. Die reinen Baukosten liegen in Metropolen bei über 4.630 Euro pro Quadratmeter. Inklusive Grundstück sind es oft mehr als 5.400 Euro. Um wirtschaftlich zu arbeiten, müssten Vermieter mindestens 18 Euro Kaltmiete verlangen – für viele unbezahlbar.

300 Millionen für „Gewerbe zu Wohnen“

Als Antwort kündigte die Regierung diese Woche konkrete Schritte an. Kernstück ist das Programm „Gewerbe zu Wohnen“, das im Juli startet. Mit einem Volumen von 300 Millionen Euro soll der Umbau leerstehender Büros gefördert werden. Pro Wohnung sind bis zu 30.000 Euro Zuschuss möglich.

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Kritiker wie das ifo Institut bezweifeln den Erfolg. Technische Hürden und hohe energetische Anforderungen machten viele Umbauten unwirtschaftlich. Parallel steigen zudem die Löhne: Im Bauhauptgewerbe erhöhten sich die Tarife zum 1. April um 3,9 Prozent.

Gesetzesreform soll Sanierung billiger machen

Im April wird zudem der Entwurf für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) erwartet. Es soll das aktuelle Energiegesetz ersetzen. Ziel ist, die Sanierungskosten für Eigentümer zu senken. Die starre 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien soll flexibleren Lösungen weichen.

Kann das den Markt beleben? Die Signale sind widersprüchlich. Die Baugenehmigungen stiegen im Januar zwar um 8,4 Prozent. Die tatsächlichen Auftragseingänge im Baugewerbe gingen jedoch zurück. Investoren halten sich weiter zurück.

Absturz auf unter 200.000 Fertigstellungen droht

Der entscheidende Indikator bleibt die Zahl der fertiggestellten Wohnungen. Für 2026 droht ein Absturz auf unter 200.000 Einheiten. 2024 waren es noch 252.000. Die Regierung verfehlt ihr Ziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr damit um mehr als die Hälfte.

Die Diskrepanz zwischen politischen Zielen und Baustellen-Realität wird zum zentralen Streitpunkt. Im Mai werden die offiziellen Bauzahlen für 2025 erwartet. Bestätigen sie den befürchteten Einbruch, dürfte der Druck auf das Bauministerium weiter wachsen. Bis dahin bleibt der Wohnungsmarkt in der Krise.

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