WTI, Visier

WTI: 100-Dollar-Marke im Visier

29.03.2026 - 09:45:00 | boerse-global.de

Die Schließung der Straße von Hormus treibt den Ölpreis auf ein 52-Wochen-Hoch. Experten warnen vor massiven AngebotsausfĂ€llen und steigenden Inflationsrisiken fĂŒr die Weltwirtschaft.

WTI: 100-Dollar-Marke im Visier - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die Straße von Hormus ist de facto geschlossen, und der Ölmarkt reagiert mit einer heftigen Preisreaktion. MilitĂ€rische Konflikte im Nahen Osten haben eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt lahmgelegt, was die Notierungen fĂŒr US-Leichtöl massiv antreibt. WĂ€hrend die globale Versorgungsangst umgeht, rĂŒckt eine psychologisch entscheidende Marke in greifbare NĂ€he.

Massive AusfÀlle belasten das Angebot

Der Preissprung resultiert primĂ€r aus der Sorge vor einer anhaltenden Versorgungsunterbrechung. Laut SchĂ€tzungen der ING fallen durch die aktuelle Konfliktsituation bereits rund 8 Millionen Barrel Rohöl pro Tag aus. VerschĂ€rft wird die Lage durch deutliche KĂŒrzungen der russischen ExportkapazitĂ€ten um etwa 40 Prozent, nachdem wichtige Infrastrukturen in HĂ€fen wie Primorsk oder Noworossijsk angegriffen wurden.

Die Blockade zwingt Logistiker weltweit zu drastischen Umwegen. WĂ€hrend einzelne Nationen wie Thailand versuchen, durch bilaterale Abkommen mit dem Iran die Durchfahrt ihrer Tanker zu sichern, bleibt die Unsicherheit fĂŒr den breiten Markt extrem hoch. Analysten von Macquarie warnen bereits vor extremen Szenarien: Sollte die Blockade bis in den Juni andauern, könnten die Preise theoretisch bis auf 200 US-Dollar pro Barrel steigen.

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Inflationssorgen und Marktreaktion

Die NervositÀt der Anleger spiegelte sich am Freitag in einem deutlichen Kursplus von 5,46 Prozent wider. Mit einem Schlusskurs von 99,64 USD markierte WTI ein neues 52-Wochen-Hoch und kratzt damit unmittelbar an der 100-Dollar-Schwelle. Diese Dynamik löst an den internationalen Börsen neue InflationsÀngste aus.

EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde warnte davor, die wirtschaftlichen Konsequenzen eines langwierigen Konflikts zu unterschĂ€tzen. Experten von JPMorgan sehen ebenfalls Gefahren fĂŒr die Konjunktur. Ein dauerhaftes Preisniveau ĂŒber 100 US-Dollar wĂŒrde den Preisdruck massiv erhöhen und das globale Wachstum spĂŒrbar ausbremsen.

Fokus auf die kommenden Tage

In der nĂ€chsten Woche wird entscheidend sein, ob die angekĂŒndigte Freigabe strategischer Reserven durch die IEA den Marktdruck tatsĂ€chlich abfedern kann. Am 3. April stehen zudem die US-Arbeitsmarktdaten sowie frische Inflationszahlen aus den USA und Europa auf der Agenda. Diese Daten werden zeigen, ob die geopolitische RisikoprĂ€mie durch eine schwĂ€chere Konjunktur gedĂ€mpft wird oder ob der AufwĂ€rtstrend anhĂ€lt.

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