Sparkassen dringen auf Wero statt digitalen Euro
16.09.2025 - 11:43:36ReuĂ fordert Tempo beim Ausbau einer europĂ€ischen Alternative im Zahlungsverkehr im Wettbewerb mit den USA. Die PlĂ€ne fĂŒr einen digitalen Euro fĂŒr Privatkunden behinderten den flĂ€chendeckenden Ausbau von Wero kolossal, "weil in Europa manche Banken keine Parallelstrukturen aufbauen möchten und deshalb abwarten", sagte der geschĂ€ftsfĂŒhrende PrĂ€sident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-ThĂŒringen laut Redetext in Frankfurt.
Seit Jahren tĂŒfteln die Euro-WĂ€hrungshĂŒter unter FederfĂŒhrung der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) an einer digitalen Variante der europĂ€ischen GemeinschaftswĂ€hrung. Mit einer EinfĂŒhrung eines digitalen Euro ist nach letzten öffentlichen Aussagen nicht vor Ende 2028 zu rechnen.
Das sei "mit Blick auf das Ziel der europĂ€ischen SouverĂ€nitĂ€t im Zahlungsverkehr viel zu spĂ€t", sagt ReuĂ. "Aus unserer Sicht wĂ€re es deshalb am zielfĂŒhrendsten, wenn auf den digitalen Euro fĂŒr Privatkunden verzichtet und stattdessen Wero auch offiziell als einziges europaweites Bezahlverfahren fungieren wĂŒrde."
Wero seit Juli 2024 am Markt
Wero, das von einem Zusammenschluss europĂ€ischer Banken und Zahlungsdienstleister (European Payments Initiative/EPI) vorangetrieben wird, kann seit Juli 2024 genutzt werden. Zugreifen konnte auf dieses Angebot fĂŒr das Bezahlen von Handy zu Handy hierzulande zunĂ€chst nur die Kundschaft von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken ĂŒber die Apps ihrer jeweiligen Institute.
Inzwischen gibt es eine eigenstĂ€ndige Wero-App, die zum Beispiel bei der Postbank verfĂŒgbar ist. Seit August bietet Europas gröĂte Direktbank ING NL0011821202 den Bezahldienst ihren zehn Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland an. AuĂer in Deutschland ist Wero bereits in Frankreich und Belgien verfĂŒgbar.
Die European Payments Initiative will eine europĂ€ische Bezahlalternative zur US-Konkurrenz aus Paypal, Mastercard US57636Q1040, Visa US92826C8394 und Co. aufbauen. Dieses Ziel verfolgen auch die Zentralbanken im Euroraum bei ihrem Projekt fĂŒr einen digitalen Euro.
Europa wegen Entwicklungen in den USA unter Druck
"Es ist mir bewusst, dass Notenbanken in diesem Kontext gerne auf ihre zahlungsverkehrspolitische NeutralitĂ€t verweisen", fĂŒhrte ReuĂ aus. Dieses Argument passe aber nicht mehr in die Zeit. "Europa muss auch in diesem Feld unbedingt abwehrbereit werden. Es muss sich möglichst schnell fĂŒr den leider nicht mehr abwegigen Fall rĂŒsten, dass sich die bisher dominanten US-Zahlungsverkehrsdienstleister aufgrund von politischen Verwerfungen kurzfristig aus dem europĂ€ischen Markt verabschieden - mit allen Konsequenzen."
Daher sollten aus seiner Sicht Politik, EZB und nationale Notenbanken "bei noch zögerlichen Banken auch mit sanftem Druck fĂŒr das bereits einsatzfĂ€hige Wero werben", sagte ReuĂ.

