Zuckerlkoalition, Jahr

Zuckerlkoalition: Ein Jahr zwischen Teuerung und Hoffnungsschimmer

19.01.2026 - 06:32:12

Österreichs Wirtschaft zeigt nach Rezession nur leichte Erholung, kämpft aber weiter mit hoher Inflation, Rekordverschuldung und angespanntem Arbeitsmarkt. Für 2026 wird vorsichtiger Optimismus prognostiziert.

Die österreichische Regierung aus ÖVP, SPÖ und FPÖ steht nach einem Jahr im Amt vor einer schwierigen wirtschaftlichen Gemengelage. Hohe Inflation, steigende Arbeitslosigkeit und ein Rekord-Budgetdefizit fordern die „Zuckerlkoalition“ heraus. Doch erste Lichtblicke am Horizont könnten die Trendwende einläuten.

Wirtschaft erholt sich nur langsam

Österreich kämpft sich aus einer der längsten Schwächephasen der Zweiten Republik. Nach der Rezession 2023 und 2024 kehrte die Wirtschaft 2025 nur auf einen moderaten Wachstumspfad von etwa 0,5 Prozent zurück. Getragen wurde diese leichte Erholung vom Konsum. Die Exporte hingegen blieben eine Belastung.

Im europäischen Vergleich hinkt Österreich leicht hinterher. Die wirtschaftliche Erholung fällt schwächer aus als in früheren Aufschwungphasen. Experten machen dafür einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und eine schwächelnde Exportwirtschaft verantwortlich.

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Inflation bleibt hartnäckiges Problem

Eine der größten Baustellen ist die hohe Teuerung. Zwar sank die Inflationsrate 2025, lag mit prognostizierten 3,5 Prozent aber deutlich über dem Eurozonen-Durchschnitt. Besonders die Dienstleistungsinflation erwies sich als zäh.

Die Regierung versuchte mit Senkungen der Energieabgabe und einem Billigstromgesetz gegenzusteuern. Trotzdem stieg die Energieinflation zu Jahresbeginn 2025 wieder an. Kritiker bemängeln, dass die Maßnahmen nicht ausreichen. Für 2026 wird jedoch eine deutliche Entspannung auf 2,4 bis 2,6 Prozent erwartet.

Arbeitsmarkt zeigt erste Trendwende

Der Arbeitsmarkt blieb angespannt. Seit April 2023 stiegen die Zahlen kontinuierlich. Im Dezember 2025 waren 363.006 Menschen arbeitslos, die Quote lag bei 8,4 Prozent. Gleichzeitig klagen Unternehmen über einen massiven Fachkräftemangel.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Das Arbeitsmarktservice (AMS) prognostiziert für 2026, dass die Arbeitslosenzahl kaum noch steigen und in einigen Bundesländern sogar sinken wird. Dies deutet auf eine beginnende Trendwende hin.

Unternehmen zweifeln am Standort

Die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs war ein vieldiskutiertes Thema. Unternehmensverbände kritisierten hohe Lohnstückkosten, Energiepreise und Bürokratie. Eine Umfrage zeigte ein alarmierendes Bild:
* 61 Prozent der Manager dachten über eine Verlagerung ins Ausland nach.
* Als Hauptkritikpunkte gelten die Kosten und mangelnde Planungssicherheit.

Die Regierung kündigte eine neue Wirtschaftsstrategie für Wachstum und Innovation an. Ob das reicht, um die Unternehmen zu halten?

Rekordverschuldung als Erblast

Die finanzielle Bilanz ist belastet. Das Budgetdefizit für 2025 lag bei prognostizierten 4,5 Prozent des BIP. Der öffentliche Schuldenstand erreichte im ersten Halbjahr 2025 einen Rekordwert von 412,3 Milliarden Euro.

Die Regierung steht vor einem Dilemma: Sie muss das Budget konsolidieren, ohne die zarte Konjunkturerholung abzuwürgen. Das beschlossene Doppelbudget für 2025 und 2026 sieht jeweils ein Defizit von rund 18 Milliarden Euro vor. Experten warnen vor einer zu abrupten Rückführung, die eine neue Rezession auslösen könnte.

Vorsichtiger Optimismus für 2026

Für das laufende Jahr sind die Prognosen verhalten optimistisch. Die Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten ein Wachstum zwischen 1,0 und 1,2 Prozent. Dieses soll stärker von Investitionen und einer Belebung der Exporte getragen werden.

Die Regierung plant weitere entlastende Maßnahmen, wie die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Lebensmittel ab Juli 2026. Die zentralen Aufgaben bleiben jedoch die Budgetsanierung und Strukturreformen. Nur so kann Österreich den Anschluss an dynamischere Volkswirtschaften halten.

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