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Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen / Zukunft der ...

27.03.2026 - 12:39:24 | dpa.de

Zukunft der Nachhaltigkeitsberichterstattung: Europas Kurs zwischen Entlastung und Vergleichbarkeit Offenbach am Main - Veranstaltung der Reihe "Finanzwelt in Europa" ausgerichtet vom Land Hessen, der Helaba, der WIBank und dem Sustainable Finance ClusterDie erste diesjÀhrige Veranstaltung der Reihe "Finanzwelt in Europa" am 25.

Zukunft der Nachhaltigkeitsberichterstattung: Europas Kurs zwischen Entlastung und Vergleichbarkeit Offenbach am Main (ots) - Veranstaltung der Reihe "Finanzwelt in Europa" ausgerichtet vom Land Hessen, der Helaba, der WIBank und dem Sustainable Finance Cluster

Die erste diesjĂ€hrige Veranstaltung der Reihe "Finanzwelt in Europa" am 25. MĂ€rz 2026 in BrĂŒssel fokussierte sich auf die zentrale Frage, wie Europa die Nachhaltigkeitsberichterstattung vereinfachen und praktikabel gestalten kann, sodass Unternehmen entlastet werden, ohne die QualitĂ€t und internationale Vergleichbarkeit der Daten zu gefĂ€hrden. Eingeladen hatten die Helaba, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), das Land Hessen in Kooperation mit dem Sustainable Finance Cluster aus Frankfurt. Zahlreiche GĂ€ste aus Politik, Wirtschaft, EU-Institutionen und diplomatischen Vertretungen nahmen teil.

Europa zwischen eigenem Ansatz und globaler ISSB-Baseline

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Weichenstellung fĂŒr die kĂŒnftige Ausrichtung der europĂ€ischen Nachhaltigkeitsberichterstattung: Soll die EU an einem eigenstĂ€ndigen, detaillierten Regelwerk festhalten - oder sich stĂ€rker der globalen ISSB-Baseline annĂ€hern?

Ausgangspunkt waren die im Dezember 2025 im Rahmen des Omnibus-I-Pakets beschlossenen Reformen, die auf eine Verschlankung der Berichtspflichten abzielen.

- Ab 2029 gelten Sorgfaltspflichten nur noch fĂŒr große Unternehmen. - Branchenspezifische Vorgaben fĂŒr kleinere Unternehmen und KMU werden freiwillig. - Rund 90 % der bisher berichtspflichtigen Unternehmen sollen kĂŒnftig selbst wĂ€hlen können, ob sie nach ESRS, VSME, GRI, ISSB oder anderen Standards berichten möchten.

FĂŒr die Finanzbranche bringen die Reformen klarere Schwellenwerte, weniger KomplexitĂ€t und verlĂ€sslichere ESG-Daten - eine wichtige Grundlage fĂŒr Risikobewertung, Kreditvergabe und Finanzierung. Entscheidend bleibt jedoch die Frage, wie Entlastung und internationale AnschlussfĂ€higkeit in Einklang gebracht werden können.

Nachhaltigkeitsdaten als Grundlage moderner Finanzierung

In einer Videobotschaft begrĂŒĂŸte Manfred Pentz , Minister fĂŒr Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und EntbĂŒrokratisierung, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Dr. Michael Reckhard , Mitglied der WIBank-GeschĂ€ftsleitung, betonte anschließend die wachsende Bedeutung nachhaltiger Finanzierung in der Kreditvergabe. Banken begleiteten Unternehmen langfristig und seien auf verlĂ€ssliche Informationen zu GeschĂ€ftsmodellen, Investitionsstrategien und Transformationsrisiken angewiesen.

Omnibus-Paket: Weniger BĂŒrokratie, mehr Klarheit

Die Reformen sollen die Nachhaltigkeitsberichterstattung praxistauglicher gestalten. FĂŒr Unternehmen bedeutet dies weniger Berichtspflichten; fĂŒr Banken verlĂ€sslichere und besser einzuordnende Daten. Gleichzeitig wird betont, dass Kreditinstitute weiterhin ausreichende ESG-Informationen benötigen, um Transformations- und Investitionsentscheidungen solide beurteilen zu können.

Internationale Vergleichbarkeit als Erfolgsfaktor

Angesichts der zunehmenden Bedeutung internationaler Kapitalströme gewinnt die internationale AnschlussfĂ€higkeit europĂ€ischer Standards weiter an Relevanz. Besonders deutlich wurde dies in der Liveschaltung zur ISSB-Zentrale in Kanada, bei der Sue Lloyd, Vizevorsitzende des ISSB , die globale Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstandards sowie die Bedeutung international abgestimmter Rahmenwerke fĂŒr konsistente und vergleichbare ESG-Daten erlĂ€uterte.

Impulse aus der Paneldiskussion:

- Markus Ferber (MdEP, ECON-Ausschuss) betonte, dass BĂŒrokratie reduziert und der Mittelstand entlastet werden mĂŒsse, ohne die notwendige Transparenz zu gefĂ€hrden. - Petra Sandner (Helaba) hob hervor, dass trotz reduzierter Regulierung qualitativ hochwertige ESG-Daten essenziell fĂŒr die Finanzierung der Transformation seien. - Sven Gentner (EuropĂ€ische Kommission, GD FISMA) verwies darauf, dass eine ausgewogene Balance zwischen Entlastung und zugleich international anschlussfĂ€higen, verlĂ€sslichen Daten erforderlich sei. - Sue Lloyd (ISSB) betonte, dass globale Rahmenwerke die Vergleichbarkeit stĂ€rken und Unternehmen verlĂ€ssliche Nachhaltigkeitsinformationen bereitstellen sollten, die unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden und Investoren weltweit Orientierung bieten. - Daniel Sonnenburg (Deutsche Börse Group) ergĂ€nzte, dass KapitalmĂ€rkte auf konsistente, verlĂ€ssliche und vergleichbare Daten angewiesen seien, um Kapital effizient allokieren zu können.

Frankfurt als Knotenpunkt nachhaltiger Finanzierung

Der Finanzplatz Frankfurt nimmt eine zentrale Rolle ein, da er Expertise, Marktzugang und Infrastruktur fĂŒr nachhaltige Finanzierungen bĂŒndelt. Besonders fĂŒr mittelstĂ€ndische Unternehmen sind verlĂ€ssliche ESG-Daten entscheidend, um Transformationsprozesse planbar umzusetzen.

Die Veranstaltung zeigte klar: Eine effiziente, international anschlussfĂ€hige Nachhaltigkeitsberichterstattung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit und die grĂŒne Transformation der europĂ€ischen Wirtschaft. Einigkeit bestand darin, dass nachhaltige Finanzierung nur im Zusammenspiel aller Akteure gelingen kann und der Dialog fortgesetzt werden muss.

Die nÀchste Veranstaltung der Reihe "Finanzwelt in Europa" findet am 3. November 2026 statt.

Die vollstÀndige Diskussion können Sie unter folgendem Link (https://www.youtube.com/live/iLnTeqwnM70?si=hHHiGDtGprqtXXrb) ansehen.

Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier: die WIBank (https://www.wibank.de/wiban k/diewibank/presse/zukunft-der-nachhaltigkeitsberichterstattung-europas-kurs-zwi schen-entlastung-und-vergleichbarkeit--691672)

Pressekontakt:

Claudia Ungeheuer Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit Tel: +49 (0)69 9132-3716 E-Mail: mailto:claudia.ungeheuer@wibank.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/103206/6244951 OTS: Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen

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