Kuba, Krise

Kuba in der Krise: Erneut inselweiter Stromausfall

22.03.2026 - 07:43:48 | dpa.de

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf Kuba zu einem inselweiten Stromausfall gekommen.

Nach dem Blackout werde unter schwierigen UmstÀnden an der Wiederherstellung der Energieversorgung gearbeitet, teilte MinisterprÀsident Manuel Marrero Cruz mit. Bereits am Montag war das Stromnetz in dem wirtschaftlich sehr angeschlagenen sozialistischen Karibikstaat komplett zusammengebrochen.

Auf Kuba ist die veraltete Infrastruktur aufgrund mangelnder Wartung in schlechtem Zustand. Durch ein von US-PrĂ€sident Donald Trump verhĂ€ngtes Ölembargo hat sich die Lage zudem dramatisch verschlechtert. Die Stromversorgung ist von Öl abhĂ€ngig, und das Land hat seit drei Monaten keine Erdöllieferungen mehr aus dem Ausland erhalten.

Ohne Strom verderben die knappen Lebensmittel

In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern verschĂ€rfen hĂ€ufige StromausfĂ€lle und Treibstoffmangel die ohnehin bereits seit Jahren dramatischen Lebensbedingungen der Bevölkerung. Ohne Energie verderben die wenigen verfĂŒgbaren Lebensmittel im KĂŒhlschrank. Die Telefon- und Internetverbindung bricht stĂ€ndig ab. KrankenhĂ€user mĂŒssen ihre Leistungen kĂŒrzen. Der Unterricht an Schulen und UniversitĂ€ten fĂ€llt aus. Aufgrund des Kraftstoffmangels sammelt sich der MĂŒll auf den Straßen, weil eine MĂŒllentsorgung nur eingeschrĂ€nkt möglich ist.

Selbst die US-Botschaft ist von den StromausfĂ€llen betroffen. Die kubanische Regierung hatte zuletzt einem Bericht der "Washington Post" zufolge der US-Vertretung eine Einfuhr von Diesel fĂŒr Generatoren verweigert. Die Botschaft nehme "schamlos" ein Privileg fĂŒr sich in Anspruch, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, hieß es.

Washington und Havanna fĂŒhren vertrauliche GesprĂ€che

Seit der Revolution 1959 unter dem linken RevolutionsfĂŒhrer Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen Washington und Havanna angespannt. Die kommunistische Regierung Kubas fĂŒhrt die Wirtschaftskrise des Landes auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA sowie auf das aktuelle Ölembargo zurĂŒck.

Schon vor dem US-MilitĂ€reinsatz in Venezuela im Januar hatte PrĂ€sident Trump eine vollstĂ€ndige Blockade fĂŒr sanktionierte Öltanker mit Lieferungen von Kubas sĂŒdamerikanischen VerbĂŒndeten angeordnet. Auch durch Zolldrohungen an potenzielle Lieferanten schnitt er Kubas Ölzufuhr ab. Trump versucht, wirtschaftliche und politische VerĂ€nderungen auf der Insel zu erzwingen und hat eine Übernahme Kubas durch die USA angedeutet. Zugleich fĂŒhren Washington und Havanna GesprĂ€che, deren Inhalt nicht bekannt ist. Havanna hat Änderungen an seinem politischen System ausgeschlossen.

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