Ungarn-Wahl, Orban

Vor Ungarn-Wahl: Orban unterstellt Opposition UmsturzplÀne

10.04.2026 - 12:39:01 | dpa.de

Zwei Tage vor der richtungweisenden Parlamentswahl in Ungarn hat MinisterprĂ€sident Viktor Orban der Opposition unter ihrem AnfĂŒhrer Peter Magyar unterstellt, dass diese im Falle einer Niederlage Unruhen vom Zaun brechen wĂŒrde.

"Unsere Gegner schrecken vor nichts zurĂŒck", sagte er in einer Videobotschaft "an alle Ungarn", die er auf seine Facebook-Seite stellte.

"Sie kooperieren mit auslĂ€ndischen Geheimdiensten. (...) Schon jetzt, bevor Ihre Stimmen ĂŒberhaupt ausgezĂ€hlt worden wĂ€ren, organisieren sie Proteste und Unruhen", fĂŒhrte er weiter aus. "Das ist ein organisierter Versuch, um mit Chaos, DruckausĂŒbung und internationaler Diffamierung die Entscheidung der ungarischen Menschen in Zweifel zu ziehen."

Beweise fĂŒr die angebliche Vorbereitung von Unruhen legte Orban keine vor. Hinzu kommt, dass Magyars bĂŒrgerliche Tisza-Partei in den Umfragen aller seriösen Institute deutlich vor Orban Fidesz-Partei liegt. Magyar hat anlĂ€sslich der Wahl am Sonntag einen Bruch mit Orbans halb-autoritĂ€rem Regierungssystem versprochen. Der Herausforderer kommt selbst aus dem Inneren der Orban-Partei, hat sich aber von dieser vor etwas mehr als zwei Jahren losgesagt.

In den 16 Jahren seiner MachtausĂŒbung hat sich Orban stark an Russland unter PrĂ€sident Wladimir Putin angelehnt. In der EuropĂ€ischen Union, der Ungarn seit 2004 angehört, hat er mit seinem Veto Hilfen fĂŒr die von Russland angegriffene Ukraine blockiert. Seine destruktiven SchachzĂŒge in der EU stimmte er Berichten zufolge mit Moskau ab.

Experte: Übernahme russischer Fake News

Der ungarische Sicherheitsexperte und ehemalige Geheimdienstoffizier Peter Buda wies in einem Substack-Posting darauf hin, dass die Falschbehauptung, die Opposition wĂŒrde zusammen mit der Ukraine Unruhen vorbereiten, schon seit einiger Zeit von einschlĂ€gigen russischen Social-Media-KanĂ€len verbreitet werde.

Dabei wĂŒrden gefĂ€lschte Videos produziert, die etwa angebliche ukrainische Soldaten bei der Vorbereitung einer angeblichen Intervention in Ungarn zeigen, schrieb Buda weiter. Mit der Übernahme dieser VerschwörungserzĂ€hlungen ziele die Orban-Regierung darauf ab, die Bevölkerung "auf eine gewaltsame Provokation einzustimmen", um deren Urheberschaft dann fĂ€lschlicherweise der Opposition zuzuschreiben.

Magyar: Orban möge Abwahl "mit WĂŒrde" akzeptieren

Magyar reagierte umgehend auf Orbans Botschaft. In seinem Facebook-Video forderte er die Ungarn dazu auf, sich auf keine Provokationen einzulassen und ihre Friedfertigkeit zu bewahren. Orban werde am Sonntag von Millionen Ungarn abgewĂ€hlt, die ihm bei bisherigen Wahlen zur Regierungsmacht verhalfen und die er "im Stich gelassen und verraten" habe. "Wir ersuchen den scheidenden MinisterprĂ€sidenten, das Urteil des ungarischen Volks mit gebotener NĂŒchternheit und WĂŒrde zu akzeptieren", fĂŒgte er hinzu.

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