BÖRSENLEXIKON ARTIKEL

Auslagerung, Banken

Auslagerung (outsourcing)

Bei Banken, Kapitalanlagegesellschaften und Versicherungen allgemein die Verlegung von Teilbereichen des Betriebs (betriebliche Funktionen) an andere Unternehmen im Inland oder Ausland; durchgĂ€ngig mit dem Ziel, Fixkosten in variable Kosten umzuwandeln. Wird im besonderen ein zentrales GeschĂ€ftsfeld (etwa Devisenhandel, Abwicklung des Zahlungsverkehrs) von einer Bank auf ein anderes Institut ausgelagert, so spricht man oft von Business Process Outsourcing (BPO). In Deutschland ist bei Banken jede Art der Auslagerung von GeschĂ€ftsbereichen anzeigepflichtig und gemĂ€ss § 25a KWG in vorgeschriebener Form der Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht zu melden. Diese ist berechtigt, auch die ausgelagerten Einheiten zu prĂŒfen. Business Process Outsourcing wird dazu von den Kartellbehörden argwöhnisch begutachtet. Die Verlegung (von Teilen) der Produktion bestimmter GĂŒter in NiedriglohnlĂ€nder (low-cost countries) durch Unternehmen. Dies fĂŒhrt statistisch zu Handelströmen, die in der Zahlungsbilanz vom Handel mit Fertigprodukten nur schwer abzugrenzen sind. Die EZB bemĂŒht sich, mögliche Auswirkungen dieser AblĂ€ufe auf die Geldpolitik zu klĂ€ren. Siehe Balassa-Index, Business Process Outsourcing, Bargeldbearbeiter, BPO, Contractual Trust Arrangement, Datei-Verwaltung, zentralisierte, EntlassungsproduktivitĂ€t, Facility- Management, Hilfsdienste, bankbezogene, Insourcing, Konsolidierung, Kreditfabrik, Master- Kapitalanlagegesellschaft, Outsourcing, Outsourcing-Risiken, Transaktionsbank. Vgl. Jahresbericht 2002 der BaFin, S. 54, Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 178 f. (Outsourcing des Portfoliomanagements bei Kapitalanlagegesellschaften) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Monatsbericht der EZB vom Januar 2008, S. 86 ff. (Produktionsauslagerung in NiedriglohnlĂ€nder und ihre Auswirkungen; Übersichten, Literaturangaben).

© UniversitÀtsprofessor Dr. Gerhard Merk, UniversitÀt Siegen