BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
AusserbilanzgeschÀft (off-blance-sheet operations)
BankgeschĂ€fte, die bis zum Inkrafttreten der International Accounting Standards im Jahre 2005 bzw. bis EinfĂŒhrung von Ba- sel-II zu Jahresbeginn 2008 in der EU in der Regel nicht bilanzmĂ€ssig erfasst werden mussten. Hierzu zĂ€hlen vor allem Eventualverpflichtungen (etwa BĂŒrgschaften, Garantien), unwiderrufliche Kreditzusagen, Einzahlungs-und Nachschussverpflichtungen, offene derivative Finanzinstrumente einschl. Aktien-Optionen und TreuhandgeschĂ€fte. Manchmal zĂ€hlt man auch noch Bankdienstleistungen wie Anlageberatung, Vermögensverwaltung und Wertschriftenhandel sowie an Zweckgesellschaften weitergegebene Verbriefungspapiere (allein die 2007 ins Schlingern geratene und dann von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg ĂŒbernommene Sachsen LB hatte fast 18 Mrd EUR auf diese Weise ins "bilanzielle Nichts" verschwinden lassen) dem AusserbilanzgeschĂ€ft bei. -Die Nachfrage nach Ausserbilanzdienstleistungen der Banken stieg seit 1980 sprunghaft an; gleichzeitig verliert das BilanzgeschĂ€ft bei vielen Instituten relativ an Bedeutung. -Die Aufsichtsbehörden stellten in Anwendung von Basel-II fĂŒr solche Posten teilweise ausfĂŒhrliche Unterlegungsvorschriften auf; das heisst: sie verlangen eine nach vorgegebenem SchlĂŒssel zu errechnende Höhe von Eigenkapitaldeckung. Die entsprechenden Bestimmungen werden in Deutschland von der Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (frĂŒher vom Bundesaufsichtsamt fĂŒr das Kreditwesen) ĂŒberwacht. -In den USA durch die Sarbanes-Oxley-Act sehr strenge, ins einzelne gehende Vorschriften ĂŒber den ungeschminkten Ausweis aller GeschĂ€fte, die jetzt oder spĂ€ter einen allfĂ€lligen Einfluss auf die (börsennotierte) Gesellschaft haben könnten. Siehe AktivitĂ€ts- Verlagerung, bilanzbestimmte, Anlegerschutz, Aval, GarantiegeschĂ€ft, Kreditlinie, Kreditzusage, unwiderrufliche, PatronatserklĂ€rung, Puffer, RĂŒckschlag-Effekt, Stimmrecht- Kriterium, Subprime-Krise, Unterlegung.
