BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Blase, spekulative (speculative bubble)
Rascher, starker Anstieg der Preise (Runup) an Börsen, besonders auf AktienmĂ€rkten (share [US: stock] stock market bubble; hier wieder vor allem bei Aktien von jungen Unternehmen) bei Immobilien oder bei Waren (Edelmetalle, Tulpen) bzw. in Bezug auf bestimmte Terminkontrakte (vor allem Futures bei Erdöl und Erdgas). Da dies zu verfehlter Kapitalallokation fĂŒhrt, gelten spekulative Blasen zurecht als volkswirtschaftlich schĂ€dlich. Sie sind aber in der Regel weder mit aufsichtsrechtlichen Massnahmen noch mit den Mitteln der Zentralbankpolitik anzustechen; zumal auch die Zentralbank die Blase oftmals erst dann erkennt, wenn diese aufgeplatzt (burst) ist. -Empirisch nachgewiesen ist, dass hohe Aktienkurse die Privathaushalte zu niedrigerer Sparquote und zu unbesonnener Schuldenaufnahme veranlassen; beim Platzen der Spekulationsblase kann es daher zu einer Rezession kommen. Denn die Banken erleiden Verluste und werden sich in der Folge mit der Kreditvergabe ĂŒbermĂ€ssig zurĂŒckhalten. Siehe Aktienblase, Akzelerator, finanzieller, Baisse, zyklische, Boom-Bust- Zyklus, Crash, GlĂŒcksspieleffekt, High Flyers, Hindsight, Immobilienblase, Kurzsichtigkeit, Leerverkaufs-Verbot, Marktkenntnis, zentralbankliche, Panik-VerkĂ€ufe, Rally, Runup, Sell Out, Spekulationsblase, Tulpencrash, Ăberbelastung, ZurĂŒckfindung. Vgl. Monatsbericht der EZB vom September 2004, S. 22 ff. (mit wichtigen Literatur-Verweisen).

