BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Dollarisierung (dollarisation)
im engeren Sinne die EinfĂŒhrung des USD als Zahlungsmittel, wie dies beispielsweise zwischen 1991 und 2001 in Argentinien geschehen ist; in Argentinien ersetzte man im Juli 2001 die Bindung an den USD durch eine Bindung an einen WĂ€hrungskorb aus USD und EUR. In weiterem Sinne auch allgemein der gesetzlich erlaubte (legal) oder tatsĂ€chliche (inoffizielle) Gebrauch einer fremden WĂ€hrung (etwa des EUR) in einem anderen Staat (etwa: Kosovo, Montenegro). Im einzelnen unterscheidet man dabei eine zahlungsbezogene Dollarisierung (payments dollarisation): die fremde WĂ€hrung findet ĂŒberwiegend als Zahlungsmittel Verwendung, anlagebezogene Dollarisierung (financial dollarisation): die auslĂ€ndische WĂ€hrung dient als Mittel der Geldanlage und des Sparens sowie volle Dollarisierung (full dollarisation): die Löhne und Preise in einem Land werden in einer fremder WĂ€hrung ausgedrĂŒckt. -Die Dollarisierung ist immer ein Zeichen dafĂŒr, dass die Wirtschaftssubjekte der eigenen WĂ€hrung nicht vertrauen. Allein eine glaubwĂŒrdige StaatsfĂŒhrung und eine streng auf die Erhaltung der Masstabeigenschaft des Geldes ausgerichtete Politik Zentralbank vermögen die Dollarisierung aufzuhalten bzw. umzukehren. Auch sehr hohe Strafandrohungen bewirken (wie die Erfahrungen in Lateinamerika gezeigt haben) keine RĂŒckkehr in die heimische WĂ€hrung. Siehe Annahmezwang, Euroisierung, Geldrefusion, Greshamsches Gesetz, Kapitalflucht, NebenwĂ€hrung, Regionalgeld, WĂ€hrung, Warengeld, Zahlungsmittel, ZigarettenwĂ€hrung. Mehr dazu IMF: Economic Issues 24: Full Dollarization. Vgl. auch Monatsbericht der EZB vom Februar 2003, S. 53 ff.

