BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Erstverlust-Tranche auch Equity-Tranche und Junior-Tranche (first loss tranche, firstloss- piece)
Eine Bank verkauft im Zuge einer True-Sale-Verbriefung ein Kreditportefeuille an eine hierfĂŒr gegrĂŒndete Zweckgesellschaft. Diese begibt anschliessend Obligationen im Umfang der ĂŒbernommenen Kredite und verwandelt so die Forderungen in handelbare Wertpapiere. In der Regel werden diese dreistufig ausgestattet. . ZunĂ€chst haben dann bei Zahlungsausfall die Besitzer der relativ hoch verzinsten ersten Tranche (Junior- Tranche, first loss pieces, FLPs) allfĂ€lligen Verlust zu tragen; sie ĂŒbernehmen damit ein sehr hohes Risiko; zum Ausgleich dafĂŒr ist diese Tranche auch gegenĂŒber den anderen Tranchen hoch verzinst. . Die Inhaber der höher verzinsten Papiere der zweiten Tranche (Mezzanine-Tranche) werden als nĂ€chste, und . die ObligationĂ€re der vergleichsweise niedrig verzinsten dritten Teiles (Senior-Tranche) der Schuldverschreibung ganz zuletzt zur Verlustdeckung herangezogen. -GrundsĂ€tzlich liegt es auch im Interesse der kreditgebenden Bank, die Erstverlust-Tranche von der Zweckgesellschaft selbst zu ĂŒbernehmen. Das . motiviert die Bank, den Schuldner weiterhin zu ĂŒberwachen und dafĂŒr zu sorgen, dass der Kredit bedient und ein allfĂ€llig möglicher Einzug streng vorgenommen wird; . den ObligationĂ€ren der Mezzanine-Tranche und der Senior-Tranche wird dadurch glaubwĂŒrdig signalisiert, dass alles getan wird, um allfĂ€llige ZahlungsausfĂ€lle zu vermeiden (Moral-Hazard-Problem!). Siehe Back-to-Originator-Postulat, EinzelOriginator- Verbriefung, Equity Kicker, Geldeintreibung, Hard Claim, Leveraged Loans, Originate-to-distribute-Strategie, Single Master Liquidity Conduit, UnterstĂŒtzung, stillschweigende, Tranchendicke, Verbriefung, Verbriefungsstruktur, Wasserfall-Prinzip.

