BÖRSENLEXIKON ARTIKEL

Home, Bias

Home Bias (so auch im Deutschen gesagt; bias = hier: Vorliebe fĂŒr etwas)

Die Tatsache, dass private Anleger bevorzugt Wertpapiere und im besonderen Aktien aus ihrem eigenen Land kaufen; unschön und undeutlich auch Anlage-AmbiguitĂ€t genannt. Sie glauben, dass sie deren StĂ€rken und SchwĂ€chen besser einschĂ€tzen können; auch wenn das Risiko bei den heimischen Engagements in Wirklichkeit nicht niedrigerer oder möglicherweise sogar höher ist als bei Investitionen in auslĂ€ndische Papiere. -Immerhin aber stieg der Anteil auslĂ€ndischer Titel in den Depots privater deutscher Anleger von 18 Prozent zu Jahresbeginn 1999 auf fast 30 Prozent anfangs 2005. Deutsche Kapitalanlagegesellschaften hatten demgegenĂŒber zu Jahresbeginn 2005 (1999) knapp 60 Prozent (35 Prozent) ihres Kapitals in auslĂ€ndischen Wertpapieren angelegt. Der Zuwachs bezieht sich beidesmal vor allem auf Papiere aus dem Euroraum. Siehe Anlage-AmbiguitĂ€t, Finanzmarktintegration, europĂ€ische. Vgl. Zahlen zum Absatz und Erwerb von Wertpapieren im Inland und Ausland im Statistischen Teil des jeweiligen Monatsberichts der Deutschen Bundesbank, "Rubrik" Kapitalmarkt", Monatsbericht der EZB vom November 2006, S. 15 (graphische Übersicht der Home Bias) Hörergeld auch Beleggeld (tuition fee): An UniversitĂ€ten in Deutschland bis um 1970 von Studierenden zu zahlende und in der Regel von der jeweiligen QuĂ€stur eingezogene StudiengebĂŒhr. FrĂŒher an Dozenten zum Grundgehalt je nach Belegzahl (Zahl der Studierenden in den Lehrveranstaltungen) gewĂ€hrte Zusatzbesoldung. Die Studierenden hatten in ihr Studienbuch die jeweilige Veranstaltung einzutragen, und die QuĂ€stur ĂŒbernahm den Einzug des Geldes sowie die Verteilung an die jeweiligen Empfangsberechtigten aus dem Lehrkörper. Heute oftmals die KursgebĂŒhr, die Volkshochschulen fĂŒr einzelne Lehreinheiten in Vorauszahlung verlangen. Siehe Schulgeld, Seminargeld, Unterrichtsgeld.

© UniversitÀtsprofessor Dr. Gerhard Merk, UniversitÀt Siegen